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Die meistfotografierten Nationalparks in Deutschland

Von den Kreidefelsen auf Rügen bis zu den alpinen Ufern des Königssees: Wir zeigen, welche deutschen Nationalparks Popsa-Reisende am liebsten fotografieren und warum gerade diese so oft im Bild landen

Bradley Grantham

29. Apr. 20268 min

Die meistfotografierten Nationalparks in Deutschland
Die meistfotografierten Nationalparks in Deutschland

Von Georgina Groom-Rietschy

Deutschlands Nationalparks reichen vom Wattenmeer im Norden bis in die Bayerischen Alpen im Süden. In insgesamt 16 Schutzgebieten liegen einige der markantesten Landschaften Europas – darunter alte Buchenwälder, vulkanische Felsformationen und weite Gezeitenlandschaften. Das ganze Jahr über locken sie Naturbegeisterte an.

Auf Basis von Millionen Kundenfotos haben wir berechnet, wie viele Aufnahmen pro Quadratkilometer entstanden sind. So wird deutlich, welche Orte 2025 am häufigsten fotografiert wurden. Der Nationalpark Jasmund steht trotz seiner geringen Größe an der Spitze. Der Nationalpark Harz gilt als eines der eindrucksvollsten Renaturierungsprojekte des Landes. Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zählt zu den wichtigsten Vogelbeobachtungsgebieten weltweit: Mehr als zehn Millionen Zugvögel rasten hier jedes Frühjahr und jeden Herbst.

Mehr dazu, wie die Daten analysiert und die Fotoindex-Werte berechnet wurden, findest du in der Methodik am Ende dieses Artikels.

Kreidefelsen am Königsstuhl. Foto: Unsplash

1. Nationalpark Jasmund, Mecklenburg-Vorpommern

Fotoindex-Wert: 100

Deutschlands kleinster Nationalpark steht an der Spitze. Das ist bemerkenswert für ein Gebiet der Größe der Pariser Innenstadt. Auf der Insel Rügen schützt Jasmund den 118 Meter hohen Kreidefelsen Königsstuhl, der über der Ostsee aufragt und durch Caspar David Friedrichs Gemälde von 1818 weltberühmt wurde. Zum Park gehört außerdem der zum Unesco-Weltnaturerbe zählende Stubnitz-Buchenwald. Der Blick vom Königsstuhl ist das ikonische Motiv des Parks: weiße Kreidefelsen vor tiefblauem Meer. Am besten fotografierst du ihn im Morgengrauen von der Aussichtsplattform, bevor die ersten Tagesgäste eintreffen. Mit etwas Glück siehst du Seeadler über den Klippen kreisen. Der etwa zehn Kilometer lange Hochuferweg verbindet Sassnitz und Lohme und bietet einige der eindrucksvollsten Perspektiven an der Küste.

Basteibrücke. Foto: Pexels

2. Nationalpark Sächsische Schweiz, Sachsen

Fotoindex-Wert: 99

Etwa 30 Kilometer südöstlich von Dresden, direkt an der tschechischen Grenze, geht die Sächsische Schweiz nahtlos in den Nationalpark Böhmische Schweiz über. Sandsteintürme, enge Schluchten und dichte Kiefernwälder prägen eine Landschaft, die es in Deutschland so kein zweites Mal gibt. Die Bastei – eine Gruppe von Sandsteinfelsen, die 194 Meter über der Elbe aufragen – ist der bekannteste Aussichtspunkt des Parks. Zum Sonnenaufgang fotografierst du sie von der 1851 erbauten Sandsteinbrücke aus oder vom nahegelegenen Ferdinandstein, der die Brücke vor dem Tal in Szene setzt. Wer weitergeht, wird am Schrammsteinkamm oder am Felsentor Kuhstall mit weiten Ausblicken belohnt. Vom Aussichtspunkt Brand, auch „Balkon der Sächsischen Schweiz“ genannt, reicht der Blick bis ins Erzgebirge.

Königssee. Foto: Unsplash

3. Nationalpark Berchtesgaden, Bayern

Fotoindex-Wert: 84

Ganz im Südosten Deutschlands, fast vollständig von Österreich umgeben, liegt Berchtesgaden – der einzige Alpen-Nationalpark des Landes. Salzburg ist weniger als eine Autostunde entfernt. Im Mittelpunkt steht der Königssee, ein von Gletschern geformter See mit smaragdgrünem Wasser, in dem sich die umliegenden Gipfel spiegeln. Die Wallfahrtskirche St. Bartholomä mit ihren roten Zwiebeltürmen am Westufer ist das meistfotografierte Motiv des Parks. Am besten erreichst du sie mit dem Boot; besonders eindrucksvoll wirkt sie vor der steilen Felswand des Watzmanns. Komm früh am Morgen, bevor die ersten Boote die Wasseroberfläche aufwühlen – dann entstehen die schönsten Spiegelungen. Der Malerwinkel am Nordufer gilt als besonders ruhiger Aussichtspunkt. Der nahegelegene Hintersee bei Ramsau ist eine stille Alternative: Felsblöcke am Ufer und dunkle Tannen spiegeln sich im klaren Alpenwasser.

Oderteich. Foto: Pexels

4. Nationalpark Harz, Niedersachsen

Fotoindex-Wert: 78

Der Harz erstreckt sich über Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und ist das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands. Dichte Wälder, Hochmoore und nebelverhangene Gipfel prägen die Landschaft. 1777 bestieg Johann Wolfgang von Goethe den Brocken und verarbeitete den Aufstieg später in der Walpurgisnacht-Szene seines „Faust“. Mit 1.141 Metern ist der Brocken der höchste Punkt des Parks und zugleich sein prägendster Aussichtsort. Ganzjährig erreichst du ihn mit der historischen Brockenbahn. Der Radau-Wasserfall und der Oderteich bieten ruhigere Motive, besonders im Frühling entfalten die alten Buchenwälder ihre besondere Wirkung. Der Harz gilt zudem als eines der bedeutendsten Renaturierungsprojekte Deutschlands: Seit 2000 lebt hier wieder der Eurasische Luchs, dessen Population heute stabil wächst.

Schwarzwald. Foto: Unsplash

5. Nationalpark Schwarzwald, Baden-Württemberg

Fotoindex-Wert: 66

Deutschlands jüngster Nationalpark schützt einen der ursprünglichsten Teile des Schwarzwalds, nur eine kurze Fahrt von der französischen Grenze entfernt. Alte Fichten, Tannen und Buchen prägen die Landschaft. Rund um die Hornisgrinde eröffnen sich weite Ausblicke über die Rheinebene bis zu den Vogesen. Der Wildsee, ein eiszeitlicher Moorsee, liegt still zwischen Torfflächen. Am frühen Morgen wirkt sein dunkles Wasser besonders eindrucksvoll. Der rund 800 Meter lange Lotharpfad führt über einen Holzsteg durch ein Gebiet, das sich nach dem Orkan von 1999 auf natürliche Weise erneuert hat – mit junger Vegetation vor dem weiten Panorama des Rheintals und der Vogesen.

Baumkronenpfad. Foto: Unsplash

6. Nationalpark Hainich, Thüringen

Fotoindex-Wert: 62

Der Hainich ist Thüringens einziger Nationalpark und gehört zum Unesco-Weltnaturerbe. Hier wird einer der letzten großflächigen, ungestörten Buchenwälder auf Kalkstein in Europa geschützt. Zu den scheuesten Bewohnern zählt die Europäische Wildkatze. Entlang des rund sieben Kilometer langen Wildkatzenpfads bei Hütscheroda stehen die Chancen in den frühen Morgenstunden am besten. Der Baumkronenpfad führt bis zu 44 Meter über den Waldboden und eröffnet den Blick über das Blätterdach – besonders im Herbst, wenn sich die Buchen goldfarben färben. Im Frühling bedecken Bärlauch und Buschwindröschen den Waldboden.

Boddenlandschaft. Foto: Pexels

7. Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, Mecklenburg-Vorpommern

Fotoindex-Wert: 58

Jeden Herbst rasten in den Boddengewässern rund 70.000 Kraniche. Bei Pramort sammeln sie sich über Nacht – ein eindrucksvolles Naturschauspiel. Im Oktober lassen sich außerdem Rothirsche am Strand fotografieren, wenn sie während der Brunft vor der offenen Ostsee röhren. Ein Bild, das es so kaum anderswo gibt. Deutschlands größter Nationalpark an der Ostseeküste umfasst die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, die Insel Hiddensee und den westlichen Teil Rügens. Land und Wasser greifen hier ständig ineinander. Die vom Küstenwind geformten Buchenwälder am Darß zählen zu den markantesten Landschaften des Parks. Der Weststrand ist bekannt für seine vom Sturm gefällten Bäume, die halb im Wasser liegen – besonders zum Sonnenuntergang ein beliebtes Motiv.

Nationalpark Bayerischer Wald. Foto: Pexels

8. Nationalpark Bayerischer Wald, Bayern

Fotoindex-Wert: 57

1970 gegründet, ist der Bayerische Wald Deutschlands erster Nationalpark. Entlang der tschechischen Grenze grenzt er an den Nationalpark Šumava und bildet damit das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Alte Fichten-, Buchen- und Tannenwälder prägen die Landschaft. Totholz und sich selbst überlassene Lichtungen sind Teil natürlicher Prozesse und schaffen eine vielschichtige Struktur. Von den Gipfeln Lusen und Rachel reicht der Blick über das Blätterdach bis ins Böhmische Hügelland. Der Rachelsee wirkt im Herbst besonders eindrucksvoll. In den vergangenen Jahrzehnten sind Luchse, Wölfe, Fischotter und Wisente zurückgekehrt – ein Ziel für alle, die Geduld für die Tierfotografie mitbringen.

Nationalpark Eifel. Foto: Pexels

9. Nationalpark Eifel, Nordrhein-Westfalen

Fotoindex-Wert: 56

Die Eifel gehört zu Deutschlands ausgewiesenen Sternenparks. An klaren Nächten eröffnet sich hier ein weiter Blick auf die Milchstraße – besonders gut von der Sternenplattform Vogelsang aus, einem der zugänglichsten Orte für Astrofotografie. Zugleich lebt hier die größte Wildkatzenpopulation Mitteleuropas. Während der Hirschbrunft im Oktober hallen die Rufe der Tiere durch die Wälder. Nur eine Stunde von Köln und Bonn entfernt, gehört der Park zu den am leichtesten erreichbaren Nationalparks im Westen Deutschlands. Vulkanische Hügel, alte Eichen- und Buchenwälder sowie Stauseen entlang der belgischen Grenze prägen die Landschaft. Vom Aussichtspunkt Hirschley oberhalb des Rursees blickst du über bewaldete Hänge und offenes Wasser – besonders eindrucksvoll an klaren Morgen.

Nonnengänse. Foto: Pexels

10. Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Niedersachsen

Fotoindex-Wert: 56

Als zweitgrößter Nationalpark Deutschlands ist das Niedersächsische Wattenmeer Teil des Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer. Zwischen der niederländischen Grenze und der Elbmündung erstreckt sich die weite Küstenlandschaft entlang der Ostfriesischen Inseln. Zweimal täglich zieht sich das Meer zurück und legt ausgedehnte Wattflächen frei. Prielen durchziehen den Boden und verändern ständig das Zusammenspiel von Licht, Wasser und Himmel. Auf Sandbänken bei Norderney ruhen Kegelrobben. Das Gebiet liegt an der Ostatlantischen Zugroute und zählt zu den wichtigsten Rastplätzen weltweit: Mehr als zehn Millionen Zugvögel rasten hier jedes Frühjahr und jeden Herbst. Besonders eindrucksvolle Bilder entstehen bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, wenn warmes Licht die feuchten Wattflächen zum Leuchten bringt und lange Schatten bis zum Horizont reichen.

Marina Rehbach am Edersee. Foto: Pexels

11. Nationalpark Kellerwald-Edersee, Hessen

Fotoindex-Wert: 56

12. Müritz-Nationalpark, Mecklenburg-Vorpommern

Fotoindex-Wert: 49

13. Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Schleswig-Holstein

Fotoindex-Wert: 45

14. Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, Hamburg

Fotoindex-Wert: 44

15. Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Rheinland-Pfalz

Fotoindex-Wert: 41

16. Nationalpark Unteres Odertal, Brandenburg

Fotoindex-Wert: 39

Methodik

Um die meistfotografierten Nationalparks Deutschlands zu ermitteln, hat Bradley Grantham aus Popsas Data-Science-Team Millionen Fotos ausgewertet, die Kund:innen im Jahr 2025 hochgeladen haben. Anhand der Standortdaten haben wir Bilder identifiziert, die innerhalb der Grenzen deutscher Nationalparks aufgenommen wurden, und sie nach ihrem Gesamtvolumen sortiert.

Jeder Park erhielt einen Fotoindex-Wert, der das relative Fotoaufkommen pro Quadratkilometer im Datensatz widerspiegelt. Die Werte wurden auf einer Skala von 0 bis 100 normalisiert, wobei der meistfotografierte Park als Referenz diente. So entsteht ein Ranking, das tatsächliches Reiseverhalten abbildet – und zeigt, wo Menschen nicht nur unterwegs sind, sondern auch besonders gern ihre Erinnerungen festhalten.

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