Reisen

21 Fotos: Cornwalls zeitlose Magie neu entdeckt

Zwischen Landschaft, Kunst und Alltagsmomenten fängt Milly Kenny-Ryder den Geist eines Reiseziels ein, das von Geschichte und Natur geprägt ist

Smiling woman with long brown hair, wearing a light-colored top, looking slightly to the side against a plain background.

Milly Kenny-Ryder

Autorin und Fotografin

28. Okt. 20259 min

Coastal village with houses on a cliff, overlooking a calm sea with three small boats. Foreground features blurred greenery.
Coastal village with houses on a cliff, overlooking a calm sea with three small boats. Foreground features blurred greenery.

Milly Kenny-Ryder ist eine Reisejournalistin und Fotografin aus London mit einer Leidenschaft dafür, Orte durch Essen, Kultur und Design zu entdecken. Als Mitgründerin von Weekend Journals hat sie über Jahre hinweg Reiseziele mit einem unverwechselbaren Blick für Details dokumentiert. Hier richtet sie ihre Kamera auf einen Ort, der ihr besonders am Herzen liegt, und zeigt seine Landschaften, Traditionen und kreative Energie.

Wenn man eines von vier Kindern ist, werden Urlaubsziele meist danach ausgewählt, was organisatorisch machbar ist. Und sobald man ankommt, sorgt man als Familienclan einfach selbst für Unterhaltung. Cornwall war für meine Familie ideal. Wir quetschten uns alle in den großen Familienvan meiner Eltern, ausgestattet mit reichlich Snacks und einer Playlist voller nostalgischer Klassiker, zusammengestellt von meinem Vater, dem unangefochtenen König der Mixtapes.

Als kreative Familie fühlten sich meine Eltern von Cornwall auch visuell angezogen. Es ist die Heimat der wegweisenden britischen Künstler Barbara Hepworth und Ben Nicholson und zugleich eine Grafschaft mit einer langen Tradition im Kunsthandwerk. Und natürlich ist da noch die unverkennbare Naturschönheit. Lange Spaziergänge und Pommes am Strand gehörten hier zu unserem bewährten Programm – perfekt für eine Familie mit vier wilden Kindern, die ihre ganze Energie irgendwo loswerden mussten.

Artist's studio with abstract sculptures, shelves with bottles, and a hanging light bulb. The space is filled with white and gray tones.

Das Atelier im Barbara Hepworth Sculpture Garden. Foto: Gabriel Kenny-Ryder

Als mein Mann Simon und ich vor zehn Jahren unseren Reiseführerverlag Weekend Journals gründeten, fühlte sich Cornwall wie der naheliegende erste Ort an, den wir neu entdecken und dokumentieren wollten – nicht zuletzt, weil Simons Familie mütterlicherseits aus Westcornwall stammt und auch er dort als Kind jedes Jahr seine Ferien verbrachte. Wir holten meinen talentierten jüngeren Bruder Gabriel ins Boot, der die Hauptaufnahmen fotografierte, während ich die Texte schrieb und Simon Gestaltung und visuelles Konzept des Buches übernahm.

A small boat with people is on a sandy beach near calm water, surrounded by cliffs and houses under a soft, pinkish sky.

Foto: Milly Kenny-Ryder

A small red fishing boat floats in a calm harbor, surrounded by quaint buildings and a clear sky.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Cornwall besitzt eine zeitlose Ausstrahlung, die sich wunderbar einfangen lässt – mit seinem magischen Licht, den weiten Küstenlandschaften und den charmanten, nahezu unveränderten Fischerdörfern. Es ist zwar spannend, florierende lokale Unternehmen ins Rampenlicht zu rücken, doch die eigentliche Kulisse unserer Bücher ist die natürliche Schönheit eines Ortes – und davon gibt es in Cornwall mehr als genug. Man kann stundenlang wandern, um die perfekte Aufnahme zu finden. Oder man hält die Kamera beinahe beiläufig aus dem Autofenster und fängt einen zufälligen – aber oft umso eindringlicheren – Moment echten Lebens in Cornwall ein.

Yellow flowering shrubs with spiky branches in the foreground, overlooking a calm blue sea under a clear sky.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Der Charakter Cornwalls verändert sich mit jeder Jahreszeit – und genau das macht die Region zu einem Reiseziel für das ganze Jahr. Im Winter wirken die kargen Landschaften und verlassenen Orte geheimnisvoll und beinahe entrückt. Im Frühling leuchten dichte Büschel gelben Ginsters. Der Herbst liegt weich und dunstig über dem Land, mit sanfteren Farbtönen. Und im Sommer wird es hell und lebhaft: Die türkisfarbenen Buchten glitzern, und die Strände füllen sich mit Urlaubern, die genüsslich ihr Eis essen.

A group of people gather outside a rustic building, some holding drinks. A chalkboard sign invites dogs. A child stands among the group.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Stone building with a "Café + Bar" sign, red-striped awning, and outdoor seating. A "Farm Fort" sign is painted on the wall.

Foto: Milly Kenny-Ryder

A bowl of granola with banana slices, berries, and seeds, next to a spoon and a cup of latte on a white table.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Bedroom corner with a wooden wardrobe, a bedside table with a vintage radio and lamp, and a neatly made bed with white linens.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Cozy cafe interior with wooden tables and chairs, small vases with tulips, a wall picture, and a window letting in natural light.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Cozy restaurant interior with checkered floor, white tablecloths, and large windows. Tables are set with dishes and flowers, and pendant lights hang above.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Grilled whole fish on a white oval plate, surrounded by side dishes on a wooden table.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Outdoor dining table with plates and glasses on a wooden deck, overlooking a busy harbor filled with colorful boats.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Jeder unserer Reiseführer stellt rund 40 Orte vor – sorgfältig ausgewählt und von uns persönlich empfohlen. Von Boutiquehotels über besondere Restaurants, von zeitgenössischen Galerien bis hin zu liebevoll gepflegten Gärten – jeder einzelne ist auf seine Weise einzigartig. Zu unseren persönlichen Favoriten in Cornwall zählen Crocadon Farm, Jubilee Pool, St Eia und die Tremenheere Sculpture Gardens.

Die Fotografie dieser Orte ist darauf ausgerichtet, ihre Besonderheiten sichtbar zu machen. Speisen werden behutsam inszeniert, Innenräume meist ohne Menschen gezeigt – ganz bewusst, um die Geschichte eines Hauses oder Betriebs klar und unaufgeregt zu erzählen. Nichts soll davon ablenken, die ausgewählten Orte wirklich kennenzulernen. Das Licht ist, wenn möglich, ausschließlich natürliches Tageslicht. Es bringt Nuancen und Texturen mit einer Klarheit zum Vorschein, die sich durch das gesamte Buch zieht. Auch bei der Bildbearbeitung halten wir uns bewusst zurück.

A narrow pier extends into a calm sea between two rocky hills, with two birds flying overhead under a cloudy sky.

Foto: Milly Kenny-Ryder

A rocky coastline with grassy hills, small beach, scattered houses, and overcast sky. Two people walk along the shore.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Coastal landscape with rugged cliffs and rocky sea stacks jutting out of the turquoise ocean under a clear blue sky.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Mit Motiven unter freiem Himmel gehen wir anders um. Wenn wir an einem neuen Buch arbeiten, stehen wir meist unter Zeitdruck – und sind damit dem unberechenbaren britischen Wetter ausgeliefert. Überraschend grelles Sonnenlicht kann dabei die größte Herausforderung sein: Es überflutet das Motiv und lässt feine Details verschwinden. Oft sind es gerade die ruhigeren, weniger dramatischen Jahreszeiten, die uns das beste natürliche Licht für unsere Landschaftsaufnahmen schenken.

Gabriel fotografiert draußen oft auf Film. Das gibt ihm mehr Kontrolle über Farben und Texturen und eröffnet ihm größere Spielräume bei der späteren Entwicklung. Mit Film zu arbeiten ist aufwendiger, deshalb bleibt weniger Raum für Spontaneität. Seine Bilder dürfen dabei ruhig abstrakt und ungewöhnlich sein. Formen und Linien stehen im Vordergrund – so entstehen Aufnahmen, die den Blick fesseln und zum Nachdenken anregen.

Two ancient standing stones on a grassy landscape, one with a circular hole, under a partly cloudy sky.

Foto: Milly Kenny-Ryder

A tree branch draped with colorful ribbons in a lush, green forest, creating a mystical and serene atmosphere.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Dirt path leading through a natural archway of trees and rocks, with a glimpse of the sea in the distance under a cloudy sky.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Weekend Journals möchte einen alternativen Blick auf ein Reiseziel eröffnen. Wir meiden die naheliegenden Strände und bekannten Sehenswürdigkeiten und entscheiden uns stattdessen für Orte, die eine leisere Geschichte erzählen. Historische und spirituelle Felsformationen gehören seit jeher zu unseren zentralen Motiven, etwa Mên-an-Tol – kornisch für „Stein mit Loch“ – ein 1,2 Meter hoher, durchbohrter Stein, der vermutlich aus der Bronzezeit stammt.

Auch die Clootie Trees in Cornwall zählen zu unseren Favoriten – alte, fast märchenhafte Bäume, geschmückt mit Stoffstreifen und Bändern. Der Baum am Madron Wishing Well ist für mich besonders bedeutsam. Meine Geschwister und ich kamen als Kinder jedes Jahr hierher, banden ein Stück Stoff an seine Äste und vertrauten dem alten Stamm einen Wunsch an. Diese heiligen Orte bieten eine wunderbare Möglichkeit, Cornwalls mythische Seite zu erleben – ganz ohne die großen Besucherströme.

A quaint village scene with stone cottages, slate roofs, and a hilly backdrop under a cloudy sky.

Foto: Milly Kenny-Ryder

Foto: Milly Kenny-Ryder

Gegen Ende unserer Bücher führen wir Gespräche mit einigen lokalen Kunsthandwerkern und Kreativen. Diese exklusiven Beiträge liefern persönliche, gut informierte Tipps, um die Region wirklich kennenzulernen. Zwischen die Interviews streuen wir eine Reihe spontaner Momentaufnahmen – Szenen, die uns unerwartet begegnet sind: eine Kuhweide im Abendlicht oder die stillen Gassen eines lebendigen Fischerdorfs. So entsteht eine weniger kuratierte Bildauswahl, die Cornwall aus unserer Perspektive zeigt – so, wie wir es sehen.

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