Reisen

Die Schönheit von Portugals Küste festhalten

Der langjährige Algarve-Bewohner Mathias Fernandes schnallt sich eine Drohne an die Kameratasche und entdeckt seine Heimat neu, die er lange für selbstverständlich hielt

Mathias Fernandes

Mathias Fernandes

Reise- und Abenteuerfotograf

17. Sep. 20256 min

Aerial view of rocky cliffs and clear blue waters along a coastline, with a small boat leaving a wake near the shore.
Aerial view of rocky cliffs and clear blue waters along a coastline, with a small boat leaving a wake near the shore.

Das erste Bild in Mathias Fernandes’ Auswahl könnte eine Postkarte sein: rostroter Fels, der in pistaziengrüne Brandung übergeht. Doch für den Mann hinter der Kamera ist diese Szene kein Souvenir, sondern eine Offenbarung.

„An der Algarve begann meine Liebe zur Fotografie“, sagt er. „Erst als ich meine Kamera in die Hand nahm, zeigte sich mir die Algarve in all ihrer Schönheit, Vielfalt und mit all ihren Überraschungen.“

Fernandes wuchs nur wenige Minuten von diesen Stränden entfernt auf. Doch erst eine gewisse Rastlosigkeit – und eine Vollformat-Canon, später ergänzt durch eine Drohne – ließ ihn die filmreifen Kontraste der Region wirklich schätzen: warme Sandsteinbögen im Sonnenaufgang. Elfenbeinfarbene Grotten, die nur bei extremem Niedrigwasser freigelegt werden. Fischerboote, die wie Konfetti über dem Atlantik verstreut wirken.

Aerial view of waves crashing onto a sandy beach, with a person casting a long shadow, and rocky formations on the left.

Foto: Mathias Fernandes

Rocky cliffs overlooking a large rock formation in the ocean, with seagulls flying above the water.

Foto: Mathias Fernandes

Aerial view of a secluded beach with turquoise water, surrounded by rocky cliffs and a winding wooden staircase leading down to the sand.

Foto: Mathias Fernandes

Person in a white dress stands on a sandy beach surrounded by cliffs, with gentle waves lapping at the shore during sunset.

Foto: Mathias Fernandes

Beach scene with people on sandy shore, surrounded by cliffs and buildings, under a clear sky. Palm fronds frame the sunlit view.

Foto: Mathias Fernandes

People playing soccer on a crowded sandy beach, with waves and umbrellas in the background.

Foto: Mathias Fernandes

Fernandes sagt gern, die Algarve sei zugleich sein Klassenzimmer und seine Leinwand.

„Lange habe ich diese Strände als selbstverständlich angesehen – bis mich die Kamera gelehrt hat, wirklich hinzuschauen“, gibt er zu. „Dieses Gefühl des Entdeckens treibt meine Arbeit bis heute an.“

Heute ist er im Morgengrauen entlang der Küste unterwegs, manchmal allein, manchmal mit Kreativen aus aller Welt, die über Instagram den Kontakt zu ihm suchen. Der Atlantik, davon ist er überzeugt, belohnt Ausdauer: „Es gibt immer noch einen anderen Blickwinkel, eine andere Farbe.“

Auf das Licht achte ich am meisten

Seine liebste Zeit ist die Stunde kurz nach Sonnenaufgang, wenn die Felsen rosa schimmern und die Landwinde das Wasser noch nicht aufgewühlt haben. Aus der Luft komponiert er beinahe abstrakte Studien aus Formen und Schatten; am Boden greift er gern zu längeren Brennweiten für „klarere Aufnahmen mit viel Kompression“ – ein Trick, der Distanzen verdichtet und die Felsformationen im Meer monumental wirken lässt.

A person stands on a beach at sunset, with gentle waves and a large rock formation in the sea, reflecting warm light on the water.

Foto: Mathias Fernandes

Person standing on a serene, reflective beach with misty cliffs in the background, holding a surfboard under a pale blue sky.

Foto: Mathias Fernandes

Fernandes’ Arbeitsweise bewegt sich zwischen akribischer Planung und Intuition. Er verbringt „Hunderte Stunden auf Google Maps“, gleicht Gezeitenkalender mit Sonnenstand-Rechnern ab – und freut sich trotzdem, wenn ihn an einem vermeintlich ruhigen Morgen eine unerwartete Welle durchnässt.

„Gute Vorbereitung ist die halbe Miete“, scherzt er. „Doch das Unerwartete hat immer seinen Platz.“

Person running on a reflective beach towards large rock formations in the sea, under a cloudy sky.

Foto: Mathias Fernandes

A person in the sea looks at a large, isolated rock formation under a clear blue sky.

Foto: Mathias Fernandes

Two dolphins swimming together in clear blue water, creating gentle ripples on the surface.

Foto: Mathias Fernandes

Eines Abends, nahe Carrapateira, schnitt der Wind so scharf durch die Luft, dass er seine Hände am Motor eines Oldtimers wärmte, den er als Requisite gemietet hatte. Er drückte jedes Mal auf den Auslöser, wenn der vom Wind aufgewirbelte Sand im Gegenlicht der untergehenden Sonne aufleuchtete.

Person sitting on a white convertible by a cliff, overlooking the ocean with rocky hills in the background.

Foto: Mathias Fernandes

A person stands on the beach at sunset, with waves in the background and a large rock formation in the sea.

Foto: Mathias Fernandes

Letztlich hofft Fernandes, dass seine Bilder mehr bewirken, als nur Instagram-Moodboards zu füllen. „Mein Ziel ist es, andere zu inspirieren, hinauszugehen und das Leben voll auszukosten“, sagt er – ein Credo, so weit wie seine Horizonte.

Ob du am Rand der Klippen von Cabo de São Vicente stehst oder an einem grauen Dienstagmorgen auf dem Weg zur Arbeit durch diese 21 Aufnahmen scrollst – der Appell ist derselbe: Schau genauer hin, folge dem Licht und geh nicht davon aus, dass du deine eigene Umgebung schon wirklich kennst.

A lone surfer walks along a sunlit, sandy beach, casting a long shadow near the gentle waves.

Foto: Mathias Fernandes

Two people stand in a sunlit cave, surrounded by towering rocky walls, with light streaming through an overhead opening.

Foto: Mathias Fernandes

Aerial view of a sandy beach with clear turquoise water, bordered by rugged cliffs. A lone person walks along the shoreline.

Foto: Mathias Fernandes

Was wir von ihm lernen können

Für alle Reisende, die diese Magie selbst einfangen möchten, hat Fernandes drei einfache Grundregeln:

  1. Achte auf die Gezeiten. Bei Niedrigwasser kommen kathedralenartige Grotten zum Vorschein, die sonst unter Wasser liegen.

  2. Fotografiere bei Sonnenuntergang nach Westen und bei Sonnenaufgang nach Osten. Die Klippen wirken wie natürliche Reflektoren und verdoppeln die Wärme des Lichts.

  3. Nutze das harte Mittagslicht für dokumentarische Bilder. „Mit der richtigen Bearbeitung entsteht dieser wunderschöne analoge Sommer-Look.“

Foto: Mathias Fernandes

Aerial view of a secluded beach surrounded by rocky cliffs, with sunlight casting long shadows and waves gently lapping the shore.

Foto: Mathias Fernandes

Sunrise over a rocky arch on a serene beach, casting long shadows on the sand with a lone person standing near the water's edge.

Foto: Mathias Fernandes

A woman in a red polka dot dress walks along a sandy beach, with large rock formations and waves in the background.

Foto: Mathias Fernandes

Bei der Ausrüstung hält er es bewusst schlicht: eine Canon R6 Mark II mit einem 24-105-mm-Objektiv für maximale Flexibilität, dazu ein 100-400-mm-Teleobjektiv für starke Kompressionseffekte und eine DJI Mavic 3 Pro für dramatische Aufnahmen aus der Vogelperspektive. Alles andere passt in einen einzigen Rucksack – praktisch, wenn eine heimtückische Welle plötzlich versucht, sowohl Künstler als auch Equipment ins Wanken zu bringen.

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