Fotografie
So machst du Fotos im Nachtmodus auf deinem Android-Gerät
Meistere Nachtaufnahmen und Fotos bei schwachem Licht mit diesen praktischen Tipps
Benedict Brain
Fotograf und Autor
17. Sep. 2025∙11 min


Fotografie
Meistere Nachtaufnahmen und Fotos bei schwachem Licht mit diesen praktischen Tipps
Benedict Brain
Fotograf und Autor
17. Sep. 2025∙11 min


Dieser Leitfaden wurde von Benedict Brain verfasst, einem Fotografen, Autor, preisgekrönten Journalisten und Pädagogen. Er ist Autor der Bücher „You Will Be Able to Take Great Photos by the End of This Book” und „A Camera Bag Companion”, die beide in mehrere Sprachen übersetzt und weltweit verkauft wurden. Er schreibt die langjährige Kolumne „The Art of Seeing“ und hält international Vorträge über kreative Bildgestaltung.
Die Welt hat nach Sonnenuntergang etwas Magisches. Das schwindende Licht, die intensiven Farben und die geheimnisvolle Atmosphäre sind visuell verführerisch – doch für viele bleibt das Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen ein Glücksspiel, das häufig in dunklen Schatten, Bewegungsunschärfe oder digitalem Rauschen endet.
Die gute Nachricht: Dein Android-Smartphone – darunter Modelle wie das Samsung Galaxy A16 – verfügt über einen Nachtmodus, der dir hilft, diese Herausforderungen zu meistern. Der Nachtmodus ist zwar intelligent, aber manchmal bietet dir der Pro-Modus mehr Kontrolle – auch wenn beide Systeme ihre Eigenheiten haben. Lass uns einen Blick darauf werfen und deine Nachtaufnahmen zum Strahlen bringen.
Mit dem Nachtmodus kannst du Szenen einfangen, die sonst in der Dunkelheit verloren gehen würden
Der Nachtmodus auf Android nutzt eine fortschrittliche und computergestützte Fotografie, die mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen zu einem finalen Foto mit verbesserten Details und reduziertem Rauschen kombinieren. Im Grunde handelt es sich um eine digitale Langzeitbelichtung, mit der du Motive festhalten kannst, die sonst in der Dunkelheit verschwinden würden.
Wähle auf dem Galaxy A16 „Mehr“ und dann „Nacht“. Dort findest du ein Halbmond-Symbol – durch Antippen kannst du einstellen, wie lange das Smartphone Licht sammelt, meist zwischen einer und 30 Sekunden. Je nach Marke und Modell kann dieser Bereich variieren. Beim hier verwendeten Samsung Galaxy A16 ist die Belichtungszeit auf zwei Sekunden begrenzt. In diesem Fall lohnt sich der Pro-Modus, in dem du die Verschlusszeit frei steuern kannst. Längere Belichtungszeiten liefern mehr Details – aber nur, wenn du dein Smartphone wirklich ruhig hältst.
Einige Android-Geräte erlauben im Nacht- oder Pro-Modus keinen Objektivwechsel, und digitaler Zoom verschlechtert die Bildqualität. Die Lösung: Geh näher heran oder passe deinen Bildausschnitt neu an.
Der Nachtmodus funktioniert am besten mit einer sehr ruhigen Hand. Noch besser ist es, wenn du dich an eine Wand lehnst, deine Ellbogen abstützt oder das Smartphone mit einer Tasche oder einem Mantel stabilisierst. Ein kleines Stativ ist hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Selbst ruhiges Atmen kann die Schärfe sichtbar verbessern.
Der Nachtmodus funktioniert am besten mit einer ruhigen Hand
Es gibt Situationen, in denen der Nachtmodus nicht genug Kontrolle bietet. Dann kommt der Pro-Modus ins Spiel. Auf dem Galaxy A16 kannst du im Pro-Modus Verschlusszeit, ISO, Weißabgleich und Fokus manuell einstellen – ideal, wenn du deine Aufnahme präzise gestalten möchtest, statt dich allein auf die Algorithmen des Geräts zu verlassen.
Das ist besonders praktisch für kreative oder anspruchsvolle Motive wie Bewegungsunschärfe, Lichtspuren oder komplexe Lichtsituationen. Möchtest du die Stimmung verstärken, indem du die Szene abdunkelst? Muss die ISO-Empfindlichkeit reduziert werden, um Rauschen zu vermeiden? Der Pro-Modus gibt dir diese Freiheit.
Allerdings hat auch der Pro-Modus des Galaxy A16 seine Grenzen: Ein Objektivwechsel ist nicht möglich – du bist weiterhin auf das Hauptobjektiv angewiesen. Wenn du mit dieser Einschränkung leben kannst, ist die manuelle Flexibilität jedoch ein großer Vorteil.
Verwende den Pro-Modus, wenn du kreativ arbeiten möchtest oder wenn der Nachtmodus das Bild überbearbeitet. Sei aber darauf vorbereitet, dein Smartphone stabil zu halten.
Im Pro-Modus kannst du Verschlusszeit, ISO-Wert, Weißabgleich und Fokus manuell anpassen.
Bevor du auslöst, tippe auf den Bereich des Bildschirms, den du scharfstellen möchtest. Dadurch erscheint ein Helligkeitsregler (z. B. ein Sonnensymbol). Zieh ihn nach oben oder unten, um die Belichtung manuell anzupassen – sowohl im Nacht- als auch im Pro-Modus.
Diese einfache Funktion ist ein leistungsstarkes Werkzeug. Nutze sie, um Highlights wie Leuchtreklamen oder Straßenlaternen abzuschwächen oder Details in dunklen Bereichen hervorzuheben. Denk daran: Versuche nicht, die gesamte Szene auszuleuchten. Lass einzelne Bereiche in Dunkelheit verschwinden – dieser Kontrast macht den Zauber der Nachtfotografie aus.
Schatten erzeugen Stimmung und Mystik. Nutze das vorhandene Licht kreativ – Laternen, Schaufenster, Lichterketten, Handybildschirme werden zu deinen neuen Lichtquellen. Überlege dir, wie das Licht auf dein Motiv fällt: seitlich für Textur, von hinten für Atmosphäre, von oben für Dramatik.
Lass einige Bereiche im Dunkeln verschwinden – der Kontrast verleiht Nachtfotos ihren Zauber.
Der Nachtmodus eignet sich nicht nur für Landschaften oder Stadtansichten, sondern auch für Porträts. Der entscheidende Punkt: Stillhalten. Schon kleinste Bewegungen von dir oder deinem Motiv können zu Unschärfe oder Geisterbildern führen.
Wenn dein Smartphone es dir ermöglicht, dann kannst du den Nachtmodus auch für Porträts bei wenig Licht nutzen. Beachte jedoch, dass Tiefenschärfeeffekte nicht so ausgeprägt sind wie im Porträtmodus bei Tageslicht.
Verwende punktuelle Lichtquellen wie Kerzen, Lampen oder Handybildschirme für eine weiche, dramatische Beleuchtung. Bitte dein Motiv, möglichst ruhig zu bleiben, mach mehrere Aufnahmen und prüfe sie anschließend – oft ist eine davon perfekt scharf.
Versuche, Gesichtszüge im Fensterlicht oder eine Person im Gegenlicht von Neonreklamen festzuhalten. Das sind flüchtige, filmische Momente, die der Nachtmodus wunderbar einfangen kann.
Im Beispiel siehst du, wie deutlich atmosphärischer das Umgebungslicht wirkt als ein eingeschalteter Blitz. Der Blitz flacht die Szene ab, wirkt hart und kalt – und nimmt der Nacht ihre Stimmung.
Einzelne Lichtquellen wie Kerzen, Lampen oder Handybildschirme sorgen für eine sanfte, stimmungsvolle Beleuchtung.
Wenn du mehr als den Nachtmodus nutzen möchtest, kannst du im Pro-Modus die Verschlusszeit manuell steuern – ideal für Langzeitbelichtungen. Stell sie auf eine, zwei oder mehr Sekunden ein (je nach Situation), aber auch hier brauchst du eine stabile Auflagefläche oder ein Stativ.
Damit kannst du Lichtspuren von Fahrzeugen, leuchtende Bewegungen oder sanfte Unschärfen einfangen. Setze die ISO-Empfindlichkeit möglichst niedrig (z. B. ISO 64), um Rauschen zu reduzieren, und nutze einen Fernauslöser oder Selbstauslöser, um Verwacklungen zu vermeiden.
Android-Apps von Drittanbietern wie Camera FV-5 oder ProShot bieten zusätzlich mehr manuelle Kontrolle. Sie lohnen sich, wenn du über die Standard-Kamera-App hinausgehen und mit Effekten wie fließendem Wasser oder Sternspuren experimentieren möchtest.
Bei wenig Licht lohnt sich Geduld. Stell dir jede Aufnahme wie eine Leinwand vor und lass die Komposition langsam entstehen. Beobachte, wie Formen aus dem Dunkel hervortreten. Achte auf Rhythmus, Linien, Reflexionen und die Position des Lichts im Bild.
Lass dich vom Kontrast leiten. Eine Person vor einem beleuchteten Schaufenster, das Leuchten eines Handys in einer dunklen Hand, Reflexionen auf nassen Straßen – all das trägt Emotion und Bedeutung.
Probiere ungewöhnliche Perspektiven aus: Fotografiere aus Treppenhäusern, geh in die Hocke, um Pfützen einzubeziehen, oder rahme Motive vor dem Abendhimmel ein. Die Nacht fordert einen langsameren, neugierigeren Blick ein.
Die Langzeitbelichtung eignet sich hervorragend für nächtliche Stadtszenen
Wie jede kreative Fertigkeit verbessert sich auch die Nachtfotografie mit der Übung. Geh in der Dämmerung raus. Fotografiere im Regen. Mach Bilder in deiner Küche bei Kerzenlicht. Beobachte, wie sich Licht in der Nacht anders verhält – wie es Formen betont, verbirgt oder verwandelt.
Halte das Leuchten von Straßenschildern fest, die Stille kleiner Gassen oder die Intimität eines Gesichts im Feuerschein. Fotografiere auch in Innenräumen: ein schlafendes Haustier im Lampenlicht, ein Flur mit einer einzelnen Glühbirne, das Flackern eines Fernsehers auf Gesichtern.
Reflexionen und nasse Oberflächen sind deine Verbündeten. Achte auf Pfützen, glänzende Gehwege oder Fenster. Der Nachtmodus bringt in solchen texturierten Oberflächen oft überraschende Tiefe und Details hervor.
Der Nachtmodus bringt in texturierten Oberflächen oft überraschende Tiefe und Details hervor.
Wenn es das nächste Mal dunkel wird, steck dein Handy nicht weg. Egal, ob du den Nachtmodus oder den Pro-Modus nutzt – du hältst ein leistungsstarkes kreatives Werkzeug in der Hand.
Ja, es gibt Einschränkungen – kein Objektivwechsel, nicht immer perfekte Ergebnisse –, aber mit ruhiger Hand und aufmerksamem Blick kannst du die stille Brillanz der Nacht einfangen. Straßen, Schatten, Geschichten – sie alle warten darauf, entdeckt zu werden.
Also geh hinaus. Verweile im Schein der Laternen, beobachte, wie die Welt zur Ruhe kommt. Atme. Sieh hin – und fotografiere.

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