Leitfaden

Erinnerungen schaffen: Meine Movember-Challenge

Ein Monat voller Charity-Spaziergänge zu Ehren eines verstorbenen Freundes führte zu ehrlichen Gesprächen mit 30 Männern – alle festgehalten in einem persönlichen Fotobuch

Young man with short curly hair and a beard, wearing a white t-shirt, against a neutral background, looking directly at the camera.

Nathan Cook

Popsa-Autorin

20. Jan. 20267 min

Person holding a photo album titled "Movember 2023" featuring a close-up of a man with curly hair. Kitchen setting with a coffee machine.
Person holding a photo album titled "Movember 2023" featuring a close-up of a man with curly hair. Kitchen setting with a coffee machine.

Artikel auf einen Blick

  • Trauer wird zu Handlung: eine persönliche Movember-Challenge, inspiriert vom Tod eines engen Freundes.

  • 30 Spaziergänge, 30 Männer und ein Monat voller ehrlicher Gespräche über mentale Gesundheit.

  • Fotografie und ein Popsa-Fotobuch machen flüchtige Momente zu bleibenden Erinnerungen.

Vor vier Jahren habe ich einen engen Freund durch Suizid verloren. Die Nachricht am Telefon zu bekommen, war das Schmerzhafteste, was ich je gehört habe. Elliott bedeutete den Menschen um ihn herum unglaublich viel. Seine Herzlichkeit, sein Humor und seine Spontaneität haben mich vom ersten Moment an berührt und begleiten mich bis heute. Ich habe gelernt, dass der Verlust eines geliebten Menschen zwar erschütternd ist, aber das Beste an dieser Person auch nach ihrem Tod weiterwirken kann – wie ein Geschenk, das einen wieder ein Stück aufrichtet.

Movember ist eine Organisation, die sich für die Männergesundheit einsetzt und dabei drei der größten Themen angeht, mit denen Männer konfrontiert sind: mentale Gesundheit und Suizidprävention, Prostatakrebs und Hodenkrebs. Jeden November werden Menschen dazu ermutigt, sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen und Spenden für Projekte vor Ort und weltweit zu sammeln. Viele nehmen sich zusätzlich eigene Herausforderungen vor, laufen zum Beispiel täglich fünf Kilometer oder organisieren Spendenaktionen, um auf das Thema aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. Ich habe in den letzten Jahren schon öfter bei Movember mitgemacht. Dieses Mal wollte ich mir aber selbst eine Challenge setzen, die direkt mit dem Anliegen und meiner persönlichen Verbindung dazu zu tun hat.

Seit Elliotts Tod wünsche ich mir vor allem eines: noch ein einziges lustiges, offenes und nachdenkliches Gespräch mit ihm führen zu können. Also nahm ich mir vor, an den 30 Tagen im November 30 Spaziergänge mit 30 verschiedenen Männern zu machen – und bei jedem davon ein Foto aufzunehmen, um meinen Weg festzuhalten. Die Fotos zeigten nicht nur, wie mein Schnurrbart wuchs und mit wem ich an welchen Tagen unterwegs war. Sie gaben mir auch die Möglichkeit, aus der Challenge eine bleibende Erinnerung zu machen. So kam ich auf die Idee, ein Popsa-Fotobuch zu gestalten. Eine greifbare Aufzeichnung dieser Zeit bedeutete, dass ich nach dem Ende der Challenge ihre Höhen und Tiefen noch einmal nacherleben konnte. Jetzt kann kein Spaziergang, kein Gespräch und kein Gesicht mehr in Vergessenheit geraten. Und genau das macht diese Erfahrung für mich noch bedeutungsvoller.

Person looking at an open photo book with a picture of two smiling individuals. A cup, glasses, and a teal notebook are on the wooden table.

Spaziergang Nummer eins von 30 brachte die Frage auf: „Wie wäre es wohl, auf einem Hausboot zu leben?“

Den Monat festhalten

Eine Woche vor November begann ich mit der Planung: Ich schrieb an Freunde, Kollegen, Teamkameraden und sogar an Freunde von Freunden. Tatsächlich kannte ich gar keine 30 Männer – zumindest keine 30, mit denen ich spazieren gehen konnte. Es brauchte also einiges an Organisation, um für jeden Tag des Monats eine andere Person zu finden. Als der erste Spaziergang anstand, hatten mir erst 15 Leute fest zugesagt.

Die Fotos mit den einzelnen Männern zu machen, war gar nicht so einfach. Ich bin kein geborener Fotograf, und da einige Spaziergänge nach der Arbeit stattfanden, mussten wir viele Bilder im Dunkeln aufnehmen. Ich konzentrierte mich darauf, das bestmögliche Licht zu finden, unsere Gesichter klar ins Bild zu bekommen und, wenn möglich, einen interessanten Hintergrund einzubauen. Besonders für die Hintergründe nutzte ich ein 0,5-fach-Objektiv. Das war wirklich hilfreich, weil es mehr Spielraum für Perspektiven bot.

Vor Beginn der Challenge hatte ich mir gesagt, dass ich mit ein paar Überraschungen rechnen musste – besonders bei Spaziergängen in London. Und die kamen dann auch: schlechtes Wetter, Verspätungen im Nahverkehr, geschlossene Parks, kurzfristige Absagen und einiges mehr. Die meisten dieser Dinge ließen sich lösen, indem man einfach weitermachte. Im Regen zu laufen ist eigentlich gar nicht so schlimm. Spaziergänge neu zu planen, dauerte allerdings manchmal mehrere Tage, je nachdem, wann die Leute Zeit hatten. Als ich Tag 20 erreicht hatte, wurden solche Probleme immer schwieriger. Ich wurde müde, körperlich wie sozial; mir gingen die Menschen aus, die ich fragen konnte, und ich hatte das Gefühl, dass der Tag für nichts anderes mehr reichte. Aber Freunde, Familie und die überwältigende Unterstützung in den sozialen Medien gaben mir immer wieder neuen Antrieb – in Reaktion auf die Updates, die ich täglich postete.

Person scrolling through photos on a smartphone, featuring two different pairs of people posing outdoors.

Das Layout meines Fotobuchs in der Popsa-App festlegen

Hands holding a smartphone showing a note about going on walks each day in November with different male friends.

Bildunterschriften hinzufügen, um die Geschichte zu erzählen

Person holding an open book with a photo of two smiling individuals and text: "Top Moment: Bumping Into Yesterday's Walk." Blue item and glasses in the background.

Mein fertiges Buch zum ersten Mal durchblättern

Aus Fotos wird ein Fotobuch von Popsa

Als Spaziergang Nummer 30 geschafft war, widmete ich mich der Gestaltung des Fotobuchs. Da jedes Foto ein Selfie war und ursprünglich für Social Media gedacht war, entschied ich mich für ein quadratisches Hardcover-Fotobuch. Das Format passte einfach am besten. Die Einrichtung ging schnell: Ich lud meine Fotos hoch, wählte ein Layout und brachte die Bilder in die richtige Reihenfolge, von Tag 1 bis 30. Neben den Bildern, die ich täglich in den sozialen Medien geteilt hatte, wollte ich zu jedem Spaziergang auch einen „Top MOment“ ergänzen – einen kleinen Einblick in das, worüber wir an dem jeweiligen Tag gesprochen hatten. Deshalb fügte ich einige der besten Momente als reine Textseiten ins Buch ein.

Open photo book showing two pages of three friends posing outdoors, smiling. One wears sunglasses; bare trees are in the background.

Tag 29 und 30, die letzten beiden Spaziergänge eines besonderen Monats

Das Ende einer besonderen Reise

Nach 30 Spaziergängen, Gesprächen und großartigen Männern ging Movember zu Ende. Als ich die Challenge abschloss, war ich erleichtert – aber auch unglaublich stolz. Ich hatte die unterschiedlichsten Gespräche geführt: lustige, nachdenkliche, verrückte, inspirierende. Und ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich über jeden einzelnen Mann, der mit mir unterwegs war, etwas Neues erfahren habe. Die Vorstellung, eine solche Aktivität in die eigene Woche einzubauen, kann zunächst schwierig, sinnlos oder zeitaufwendig erscheinen. Aber sie kann einen großen Unterschied für die mentale Gesundheit eines Menschen ausmachen. Abgesehen vom Spendensammeln hoffe ich, dass diese Challenge andere Männer dazu inspiriert, so etwas öfter zu tun.

Das fertige Fotobuch sieht großartig aus. Wenn ich es heute durchblättere, kann ich die Schritte wieder vor mir sehen und in die Gespräche von damals eintauchen. Ein Monat ist eine lange Zeit, besonders wenn man sich jeden Tag mit jemandem auf einen Spaziergang trifft. Die körperliche und emotionale Anstrengung war also eigentlich ständig da. Dass diese Erfahrung jetzt an einem Ort gesammelt ist, der sich sehr persönlich anfühlt, gibt mir ein schönes Gefühl von Abschluss. Ich weiß, dass ich jederzeit zu jedem einzelnen Moment zurückkehren kann. Ich muss mich nicht anstrengen, um mich zu erinnern – alles ist da und bleibt sichtbar.

Person holding a photo book open to a page with a portrait on the left and text on the right, next to a cup and bowl of fruit on a wooden table.

Ein letztes Selfie zum Abschluss meiner Challenge – und um meinen Schnurrbart in seiner finalen Form zu zeigen

Insgesamt habe ich über 800 £ für Movember gesammelt. Das ist mit Abstand mein bisher höchster Betrag, und ich bin allen unglaublich dankbar, die gespendet und mich auf dem Weg unterstützt haben. Das Geld fließt in die großartigen Projekte von Movember und trägt dazu bei, das Gesicht der Männergesundheit weltweit zu verändern.

Wenn du mehr über die Movember-Bewegung und ihre Projekte erfahren möchtest, findest du weitere Informationen auf der Website (auf Englisch).

Wenn du mit jemandem sprechen musst, gibt es Hilfe. In Deutschland erreichst du die TelefonSeelsorge jederzeit kostenlos und anonym unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Bitte denk daran: Du bist nie allein.

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