Frame of Mind: Wie Künstlerin Laxmi Hussain ihre Mutter durch Farbe bei sich behält

Die multidisziplinäre Künstlerin erzählt, warum Blau sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit zieht, was es für sie bedeutet, den weiblichen Körper zu würdigen, und wie ein Archivprojekt ihr hilft, das Vermächtnis ihrer Eltern zu bewahren

Smiling person with dark hair, wearing a black top and gold earrings, in a softly lit room with a window in the background.

Camille Liu Nock

Autorin und Filmemacherin

16. März 20266 min

Frame of Mind: Wie Künstlerin Laxmi Hussain ihre Mutter durch Farbe bei sich behält
Frame of Mind: Wie Künstlerin Laxmi Hussain ihre Mutter durch Farbe bei sich behält

Es ist ein seltenes und kostbares Erlebnis, wenn du einen Raum betrittst, mit jemandem ins Gespräch kommst und nach kurzer Zeit vergisst, dass ihr euch gerade erst kennengelernt habt. Genau diesen Eindruck hinterließ Laxmi Hussain bei mir – und ich vermute, so geht es den meisten, die ihr begegnen.

Laxmi ist eine multidisziplinäre Künstlerin, deren Arbeit den weiblichen Körper mit Kraft und Intimität feiert. Ich bewundere ihre Arbeit seit Jahren, deshalb war sie die naheliegende Wahl für den Auftakt unserer neuen Reihe Frame of Mind. In dieser Serie sprechen wir mit Künstler:innen über ihre Erinnerungen und das, was sie inspiriert.

Zunächst zog mich ihr ausdrucksstarker, unverwechselbarer Stil in den Bann – und die Art, wie sie den weiblichen Körper würdigt und feiert. Mich berührt Kunst, die von innen heraus entsteht. Arbeiten, die zeigen, was es bedeutet, im eigenen Körper und in der dargestellten Welt zu leben. Wie viele Frauen, die mit der Zeit gelernt haben, sich im eigenen Körper zuhause zu fühlen, empfinde ich ihre Darstellungen als schön und bedeutsam zugleich.

Wir saßen in ihrem Atelier, umgeben von Kunstwerken und Zimmerpflanzen, neben uns dampften die Kaffeetassen leise. Eine der ersten Fragen, die ich ihr stellen wollte, galt ihrer Verwendung von Blau und wie diese Farbe zu einem so prägenden Teil ihrer Arbeit wurde.

„Ich erinnere meine Mutter immer in Blau. Meine erste Erinnerung an sie ist tatsächlich die Reise auf die Philippinen, als ich fünf war“, erzählt sie. „Wir besuchten einen Ort, an den ich mich noch ganz genau erinnere. Er heißt Hundred Islands und liegt nicht weit von unserem damaligen Zuhause. Ich war mit ihr im Meer unterwegs. Nach ihrem Tod fand meine Schwester dieses Foto von meiner Mutter in einem Boot – sie trug Denim. Ich hatte begonnen, mich regelrecht auf Blau zu fixieren, weil wir sie verloren. Ich wusste nicht warum, aber es wurde Teil meiner künstlerischen Praxis. Und als ich dieses Foto sah, ergab plötzlich alles Sinn. Blau ist für mich eine Möglichkeit, meine Mutter bei mir zu behalten. Und wie kann man Blau nicht lieben?“

Nach ihrem Tod fand meine Schwester dieses Foto von meiner Mutter in einem Boot, sie trug Denim. Ich hatte begonnen, mich regelrecht auf Blau zu fixieren, weil wir sie verloren.

Im Laufe unseres langen Gesprächs wechselte Laxmi mühelos zwischen Leichtigkeit und Tiefe. Wir sprachen über den Tod ihrer Eltern, über die Trauer – und darüber, wie sie ihre gemeinsame Liebe zur Natur in Ehren hält. Sie erzählte von einem Schatz an Kindheitserinnerungen, von Abenden, an denen sie neben ihrer Mutter saß und zeichnete. Dabei sprach sie über das Muttersein, den sich verändernden Körper und den gesellschaftlichen Druck, der auf Frauen lastet. Erfahrungen, die vielen nur zu gut bekannt vorkommen dürften – etwa das Stillen ihres Neugeborenen in Toilettenkabinen oder das Warten vor Restaurants.

Es wurde auch viel gelacht. Wir sprachen darüber, wie es ist, zwischen östlichen und westlichen Kulturen aufzuwachsen, und über die verbindende Kraft von Kunst. Die Zeit mit Laxmi fühlte sich leicht an und zugleich still bedeutsam. Besonders im Gedächtnis blieb mir ein Thema: das Archivprojekt, das sie gemeinsam mit ihren Geschwistern nach dem Tod ihrer Eltern begonnen hat. Ein Teil dieses Gesprächs ist im Video unten zu sehen, begleitet von berührenden Fotografien aus ihrer Kindheit.

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