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21 Fotos: Abseits der üblichen Reiserouten durch Colombo, Sri Lanka

Viele Reisende fahren einfach durch Sri Lankas Hauptstadt weiter an die Küste und verpassen dabei lebendige Märkte, ruhige Straßen und Menschen mit Geschichten, die es wert sind, gehört zu werden

Issy Croker

9. Juni 20266 min

21 Fotos: Abseits der üblichen Reiserouten durch Colombo, Sri Lanka
21 Fotos: Abseits der üblichen Reiserouten durch Colombo, Sri Lanka

Die Reise- und Lifestyle-Fotografin Issy Croker fühlt sich von den oft übersehenen Seiten des Alltags angezogen. Schönheit findet sie auf belebten Märkten, in kleinen Lokalen in den Seitenstraßen und in den Gesichtern der Menschen, die einer Stadt ihren Charakter geben.

Nach einer vierstündigen Zugfahrt von der Südwestküste kam ich am Bahnhof Colombo Fort an und spürte sofort Vorfreude. Mein letzter Besuch in Sri Lankas größter Stadt lag schon einige Monate zurück, und die Anziehungskraft ihres rastlosen Stadtlebens war in dieser Zeit immer stärker geworden.

Colombo ist das Tor zur Insel. Die meisten Besucher:innen landen am Bandaranaike International Airport, nur etwa 20 Minuten nördlich des Stadtzentrums, bevor sie weiterreisen – in malerische Dörfer, zu traumhaften Stränden oder in die üppigen Berglandschaften des Landes. Dadurch ist die Wirtschaftsmetropole weitgehend von der intensiven touristischen Entwicklung verschont geblieben, die viele andere Regionen geprägt hat. Wer nach Colombo kommt, taucht ohne große Umwege in den Alltag des Landes ein – ganz ohne die Menschenmassen, die man anderswo oft antrifft. Als wirtschaftliches Zentrum Sri Lankas bietet die Stadt zudem einen Einblick in die Kräfte, die das moderne Leben auf der Insel prägen.

Fotos: Issy Croker

Im Textilviertel spazieren zu gehen, den Pettah Market zu erkunden, mit Gewürzhändlern zu sprechen und Currys in kleinen Lokalen an Straßenecken zu essen – all das brachte mich mitten ins Leben der Menschen, die hier zu Hause sind. Es fühlte sich ganz natürlich an, die Kamera zu nehmen und den Alltag festzuhalten. Jede Gasse, jeder Marktstand und jedes Geschäft haben ihre eigene Geschichte. Ich lief quer durch das Stadtzentrum, um so viel wie möglich davon einzufangen.

Es fühlte sich ganz natürlich an, die Kamera zu nehmen und den Alltag festzuhalten. Jede Gasse, jeder Marktstand und jedes Geschäft haben ihre eigene Geschichte

Foto: Issy Croker

Fotos: Issy Croker

Trotz des unaufhörlichen Lärms der Busse wirkte die Stadt überraschend ruhig. Die Menschen sprachen leise, bewegten sich ohne Eile und gingen ihrer Arbeit mit bemerkenswerter Gelassenheit nach. Charmante Geschäfte und offene, freundliche Menschen zogen gleichermaßen meine Aufmerksamkeit auf sich. Besonders faszinierten mich die Farben. Zwischen den Straßenhändler:innen entstand aus Himmelblau, zartem Rosa und sattem Grün ein ständig wechselndes Farbspiel, das ich unbedingt festhalten wollte. Gespräche ergaben sich fast von selbst. Ich sprach mit so vielen Einheimischen wie möglich und wollte mehr über ihre Arbeit und die Berufe erfahren, die das Leben in der Stadt prägen.

Ein Trockenfischhändler voller Charisma erklärte mir begeistert die Lieferkette hinter den meterhohen Warenstapeln, die sich hinter ihm bis zur Decke türmten. Außerdem verriet er mir, wie man den Fisch am besten zubereitet. Als er fertig war, posierte er stolz mit einem besonders schönen Filet und forderte mich auf, weiterzufotografieren. Die Herzlichkeit der Menschen machte es leicht, die Stadt zu erkunden und gab mir das Gefühl, jedes Viertel zu besuchen, das meine Neugier weckte.

Foto: Issy Croker

Foto: Issy Croker

Ich hatte nur wenige feste Ziele im Kopf und ließ meinen Tagesplan bewusst offen. Gerade das ziellose Umherstreifen versprach die spannendsten Entdeckungen. Wer die Stadt früh am Morgen besucht, bevor die Mittagshitze einsetzt, kann sie bequem zu Fuß erkunden und zugleich die Straßen in ihrer geschäftigsten Handelsstunde erleben.

Die Herzlichkeit der Menschen machte es leicht, die Stadt zu erkunden und gab mir das Gefühl, jedes Viertel zu besuchen, das meine Neugier weckte

Foto: Issy Croker

Wer sich für lokale Produkte und Gewürze interessiert, sollte den Pettah Market besuchen, den größten Markt der Stadt. Ernten aus allen Teilen der Insel landen früher oder später in diesem Labyrinth aus schmalen Gängen und dicht gedrängten Marktständen. Ganz in der Nähe steht die Jami Ul-Alfar Moschee, besser bekannt als Red Mosque. Mit ihrer markanten rot-weißen Fassade zieht sie sowohl Gläubige als auch Besucher:innen an. Da sie ein aktiver Gebetsort ist, darf im Inneren nicht fotografiert werden. Von der Straße aus lassen sich jedoch die gotischen Bögen, der kunstvolle Uhrturm und die aufwendig gestaltete Fassade bewundern und fotografieren.

Foto: Issy Croker

Foto: Issy Croker

Fotos: Issy Croker

Rund um diese Wahrzeichen gibt es eine scheinbar endlose Auswahl an Restaurants, Essensständen und einfachen Verkaufswagen. Angeboten wird alles – von frisch gefangenem Fisch bis hin zu marinierten Kichererbsen. In Colombo muss man selten mehr als ein paar Schritte gehen, um etwas Schnelles und Leckeres zu finden. Eines der Frühstücksgerichte, die ich mit Einheimischen teilte, bestand aus frisch gebackenem Brot, das in Dal-Curry getunkt wurde – ein Klassiker, den man in fast jeder kleinen Nachbarschaftskantine findet.

Es gibt nur wenige Orte auf der Welt, an denen Menschen so höflich und gastfreundlich sind wie in Sri Lanka. Wenn du die Schönheit der Stadt fotografisch festhalten möchtest, helfen ein Lächeln und echtes Interesse an den Menschen enorm weiter. Wer lokale Gepflogenheiten respektiert und sich mitten ins Geschehen begibt, wird fast immer mit den schönsten Erfahrungen belohnt – in Colombo ebenso wie im Rest der Insel. Die Vielfalt an Motiven, Farben und Strukturen sorgt dafür, dass man immer wieder zurückkehren möchte.

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