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10 unglaubliche Orte für Wildtierfotografie

Plane deine nächste Reise zu diesen besonderen Orten in der Natur

Bella Falk

Bella Falk

Reiseautorin und Fotografin

16. Sep. 202511 min

Seal resting on a floating ice sheet in a serene, icy landscape with blue water and snow-covered mountains in the background.
Seal resting on a floating ice sheet in a serene, icy landscape with blue water and snow-covered mountains in the background.

Bella Falk ist eine preisgekrönte Reiseautorin und Fotografin mit einer großen Leidenschaft für Wildtiere und die Natur. Über viele Jahre hinweg hat sie abgelegene Orte und wilde Tiere dokumentiert und dabei einen durchdachten, erzählerischen Zugang zur Fotografie entwickelt – den sie in diesem Leitfaden mit dir teilt.

Wer Wildtiere fotografiert, erlebt kaum etwas Magischeres, als an einem perfekten Morgen draußen unterwegs zu sein und einem wilden Tier ganz nah zu begegnen. Dieser Moment, wenn dir eine Löwin direkt in die Augen schaut und dich scheinbar bis ins Innerste ansieht; wenn sich die Pinguine wie von selbst perfekt für dein Bild aufreihen; oder wenn du im genau richtigen Augenblick auf den Auslöser drückst, während ein Papageientaucher mit einem Schnabel voller Fische landet.

Wildtierfotografie ist aufregend und unberechenbar – sie verlangt Geduld, Ausdauer und eine ordentliche Portion Glück. Du kannst einem Schimpansen nicht sagen, er soll sich perfekt ins Gegenlicht setzen, und auch einen Buckelwal kannst du nicht darum bitten, genau auf dein Kommando aus dem Wasser zu springen. Aber du kannst entscheiden, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, deine Kamera griffbereit zu haben – und darauf hoffen, dass alles zusammenpasst.

Von Savannen über Küsten und Wälder bis hin zu Tundren hatte ich das Glück, einige der besten Reiseziele für Wildtierfotografie weltweit zu besuchen. Hier sind zehn meiner Favoriten.

A majestic lion with a thick mane rests in tall grass, gazing intently to the side in a lush, green savannah setting.

Foto: Bella Falk

Mara Conservancies, Maasai Mara, Kenia

In Größe und Artenvielfalt ist die Maasai Mara kaum zu übertreffen. Dazu kommen intensiv leuchtende Sonnenaufgänge und freundliche Guides. Doch ihre verdiente Beliebtheit hat sie in den vergangenen Jahren ein Stück weit zum Opfer ihres eigenen Erfolgs gemacht.

Wenn du Großkatzen und elegante Giraffen ohne Stau fotografieren möchtest, solltest du eine der Mara Conservancies besuchen, die an den Nationalpark grenzen. Diese Gebiete werden in Partnerschaft mit lokalen Maasai-Dörfern verwaltet, begrenzen die Besucherzahlen und unterliegen strengen Regeln. So kannst du die beeindruckende Tierwelt Kenias genießen und zugleich wissen, dass dein Geld Naturschutz und die Gemeinden vor Ort unterstützt.

A large group of penguins gathers near a stream on a grassy plain, with snow-capped mountains in the background under a partly cloudy sky.

Foto: Bella Falk

Südgeorgien

Verloren im Südatlantik liegt Südgeorgien mehr als 1.300 Kilometer vom nächsten Festland entfernt und ist nur per zweitägiger Schiffsreise von den Falklandinseln aus erreichbar. Damit zählt die Insel zu den abgelegensten Reisezielen für Wildtierfotografie weltweit.

Durch ihre Isolation gibt es kaum menschliche Einflüsse. Die Landschaften sind unberührt, und die Tiere – riesige Kolonien von Königspinguinen, temperamentvolle Seebären, See-Elefanten und Albatrosse – zeigen kaum Scheu vor Menschen. Du kannst ihnen nahekommen, ohne ihr Verhalten zu stören, und eindrucksvolle Aufnahmen in dramatischen, von Gletschern geprägten Kulissen machen. Die Anreise ist aufwendig und kostspielig, doch wer sie auf sich nimmt, findet auf Südgeorgien so viele Fotomotive, dass man kaum weiß, wohin man zuerst die Kamera richten soll.

A leopard sleeps on a tree branch, legs dangling, surrounded by sparse green leaves against a light sky.

Foto: Bella Falk

Okavango-Delta, Botswana

Das Okavango-Delta gilt als einer der beeindruckendsten Orte weltweit, um Wildtiere zu beobachten. Wegen seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt wurde dieses saisonale Überschwemmungsgebiet von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Hier leben enorme Tierbestände – von ikonischen Arten wie Elefanten, Löwen, Leoparden und Flusspferden bis hin zu selteneren Sichtungen wie Afrikanischen Wildhunden.

Die Fluten formen ein Mosaik aus Kanälen, Inseln und Lagunen. Für dich eröffnet das eine besondere Kombination aus klassischen Jeep-Safaris und Safaris auf dem Wasser im Mokoro-Kanu oder Boot. So entstehen Aufnahmen aus niedriger Perspektive, bei denen du deinem Motiv auf Augenhöhe begegnest. Besonders reizvoll ist ein Besuch während der Regenzeit: Dann heben sich die sandfarbenen Raubtiere eindrucksvoll vom satten Grün ab, während stahlgraue Wolken deinen Bildern zusätzliche Dramatik verleihen.

Gorilla resting its head on a log, gazing calmly, with lush green foliage in the blurred background.

Foto: Bella Falk

Kibale-Wald, Uganda

Nur wenige Erlebnisse kommen dem ersten Blickkontakt mit einem wilden Schimpansen gleich. Es braucht etwas Geduld, um sie zu finden: Du folgst deinem Guide durch das dichte, verwachsene Dickicht, während er auf ihre charakteristischen Rufe lauscht, oder bewegst dich über überwucherte Pfade auf der Spur einer schnell weiterziehenden Gruppe.

Doch die Mühe lohnt sich. Eine Stunde mit unseren nächsten Verwandten zu verbringen – wir teilen 99 Prozent unserer DNA mit Schimpansen – und dabei ihre Intelligenz, ihre Emotionen und die Bindungen innerhalb der Gruppe zu beobachten, ist beeindruckend. Im Wald stellen tiefe Schatten und grelle Sonnenflecken eine Herausforderung für die Belichtung dar. Du solltest also flexibel mit deinen Einstellungen umgehen und bereit sein, bei Bedarf eine höhere ISO-Einstellung zu wählen.

Seal resting on a floating ice sheet in a serene, icy landscape with blue water and snow-covered cliffs in the background.

Foto: Bella Falk

Antarktische Halbinsel

Weit, still und nahezu unberührt: Die eisige Wildnis der Antarktis überrascht mit einer erstaunlichen Fülle an Leben. An einem Tag stehst du an Deck, während ein Buckelwal vor der Kulisse blauer Eisberge aus dem Wasser springt. Am nächsten hockst du auf einem Felsen, während ein Eselspinguin unbeirrt an dir vorbeiwatschelt.

Die Dimensionen sind überwältigend: Pinguinkolonien mit Tausenden von Tieren, Robben, die auf Eisschollen ruhen, und Sturmvögel, die über dir kreisen. Fotografieren kann hier herausfordernd sein. Von einem schaukelnden Zodiac-Boot aus mit klammen Fingern zu arbeiten, ist alles andere als einfach. Doch die Anstrengung lohnt sich. Packe Ersatzakkus ein – in der Kälte entladen sie sich schnell – und gute wasserdichte Kleidung für die kalten Fahrten im Zodiac.

Polar bear partially submerged in water near rocky shore, with its head raised and facing left against a backdrop of rugged, dark rocks.

Foto: Bella Falk

Churchill, kanadische Arktis

Churchill im Norden Manitobas gilt als die Eisbärenhauptstadt der Welt – und als einer der besten Orte überhaupt, um diese beeindruckenden Raubtiere zu fotografieren. Wenn der Herbst beginnt und sich das Meereis langsam bildet, versammeln sich die Bären an der Küste der Hudson Bay und warten darauf, dass das Eis stark genug ist, damit sie hinausziehen und Robben jagen können.

Aus der Sicherheit speziell konstruierter „Tundra Buggies“ beobachtest du, wie sie umherstreifen, miteinander raufen oder sich neugierig nähern, um dich genauer in Augenschein zu nehmen. Doch Churchill hat mehr zu bieten als Eisbären. Im Sommer zieht es deutlich sanftere Besucher hierher: Tausende Belugawale kommen jedes Jahr in die Bucht, um sich fortzupflanzen. Außerdem kannst du hier Polarfüchse und Schnee-Eulen entdecken – und im Winter mit etwas Glück sogar die Nordlichter.

Puffin with wings spread stands on grass with flowers, another puffin blurred in the background.

Foto: Bella Falk

Skomer Island, Wales

Auch wenn dich diese Liste bisher an die entlegensten Orte der Welt geführt hat, musst du für erstklassige Tierbeobachtungen gar nicht weit reisen. Vor der Küste von Pembrokeshire in Großbritannien liegt Skomer Island – einer der größten Brutplätze für Atlantische Papageitaucher weltweit. Jedes Jahr kehren Tausende dieser charmanten Seevögel zurück, um hier zu nisten und ihre Jungen großzuziehen. Ihr eigenwilliger Charakter macht sie zu besonders reizvollen Fotomotiven.

Du siehst sie zwischen ihren Bruthöhlen hin und her watscheln, mehrere silbrig glänzende Fische im Schnabel tragen oder über die Klippen hinwegfliegen. Die Insel ist nur per Boot erreichbar, und die Besucherzahl ist begrenzt – buche also frühzeitig, um dir einen Platz zu sichern. Pack unbedingt ein Teleobjektiv ein, denn Papageitaucher sind kleiner, als man denkt. Und bleib auf den ausgewiesenen Wegen: Wenn du sie verlässt, könntest du eine Bruthöhle und ihren Bewohner beschädigen.

Adult elephant with a calf walking through lush green grass, surrounded by small white flowers.

Foto: Bella Falk

Minneriya, Sri Lanka

Während der Trockenzeit in Sri Lanka zwischen Juli und Oktober ziehen Hunderte wilde Asiatische Elefanten in den Minneriya-Nationalpark. Dort bietet ein großer Stausee, bekannt als „The Tank“, eine dringend benötigte Wasserquelle. Dieses jährliche Naturschauspiel wird „The Gathering“ genannt – die größte Ansammlung wilder Elefanten in Asien.

Einige Guides versuchen, ihre Gäste besonders nah an die Tiere heranzubringen. Bestehe deshalb darauf, genügend Abstand zu halten, und nutze ein Teleobjektiv, um ihr natürliches Verhalten nicht zu stören. Sri Lanka ist außerdem Heimat von Leoparden, Lippenbären, Makaken und mehr als 400 Vogelarten.

A red-eyed tree frog peeks over a large green leaf against a dark background.

Foto: Bella Falk

Costa Rica

Costa Rica ist ein Paradies für die Wildtierfotografie – besonders für Vogelfotografie. Die enorme Artenvielfalt auf engem Raum, zwischen zwei Küsten und dichtem, tropischem Regenwald, sorgt für eine beeindruckende Fülle an Motiven.

Hier leben farbenprächtige Tukane, Kolibris, Faultiere, Affen, Baumfrösche und viele weitere Arten – ein wahres Eldorado für Natur- und Tierliebhaber. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Dezember bis April, denn während der intensiven Regenzeit können Outdoor-Aktivitäten erschwert werden und Tiere sind schwerer zu entdecken. Nimm ein lichtstarkes Objektiv mit und denke an Wetterschutz für deine Ausrüstung – hohe Luftfeuchtigkeit und plötzliche Schauer sind selbst in den trockeneren Monaten keine Seltenheit.

Two marine iguanas resting on a rock, one with its arm around the other. Their rough, textured skin is visible against a blurred background.

Unsplash

Galápagos-Inseln, Ecuador

Kaum ein Ort auf der Welt bietet Tierbegegnungen wie die Galápagos-Inseln. Da sich die Tiere hier ohne natürliche Fressfeinde entwickelt haben, zeigen sie nur wenig Scheu vor Menschen. So kannst du nur wenige Schritte entfernt sitzen, während Seelöwen ihre Jungen säugen, Meerechsen sich auf schwarzem Lavagestein sonnen oder Blaufußtölpel ihren ebenso bizarren wie faszinierenden Balztanz aufführen.

Riesenschildkröten streifen durch das Hochland, Pinguine schießen durch das klare Wasser, und Darwins berühmte Finken huschen zwischen den Sträuchern umher. Weil die Tierwelt so entspannt ist, geht es hier vor allem ums Beobachten: geduldig warten, aufmerksam hinschauen – und genau den Moment festhalten, der deine Bilder besonders macht.

Ethische Fotografie und Respekt vor Wildtieren

Kein Bild ist es wert, ein Tier zu beunruhigen oder in seinen Lebensraum einzugreifen. Einzelne mögen denken, ihr Einfluss sei gering. Doch je zugänglicher Reisen und Fotografie werden, desto wichtiger ist es, sich bewusst zu machen, dass unsere gemeinsame Präsenz Lebensräume und Arten erheblich schädigen kann.

Halte immer ausreichend Abstand und nutze Teleobjektive, um natürliches Verhalten einzufangen. Ködere Tiere niemals, setze keine Drohnen in Schutzgebieten ein und störe keine Nester, Baue oder Brutplätze. Bleib auf den ausgewiesenen Wegen, halte dich an Regeln und höre auf lokale Guides – sie kennen die Rhythmen der Natur besser als jeder Besucher.

Was du einpacken solltest

Du brauchst keine Profi-Ausrüstung, um großartige Wildtierfotos zu machen. Eine gute Spiegelreflex- oder spiegellose Kamera mit manuellen Einstellungen und ein Teleobjektiv mit mindestens 300 mm – besser noch mehr – sind jedoch von Vorteil. Trage Kleidung in gedeckten Farben, damit du mit deiner Umgebung verschmilzt, und nimm wetterfeste Schutzhüllen für deine Ausrüstung mit, besonders in feuchten oder staubigen Regionen.

Bei den Einstellungen hilft eine kurze Verschlusszeit von mindestens 1/1000 Sekunde, um Vögel im Flug oder plötzliche Bewegungen einzufrieren. Eine offene Blende von f/4 oder darunter sorgt dafür, dass sich dein Motiv vom Hintergrund abhebt und diese weichen, verschwommenen Hintergründe entstehen. Mit Auto-ISO kannst du sicherstellen, dass deine Bilder auch bei wechselndem Licht korrekt belichtet sind. Am wichtigsten ist jedoch: Kenne deine Kamera und übe vor der Reise. So bist du bereit, wenn sich an deinem Traumort für Wildtierfotografie der perfekte Moment bietet.

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