Reisen
21 Photos: chasing autumn light along the Cornish coast
Cornwall’s wild coastline draws travellers year-round, but for one photographer, the quieter beaches, shifting weather and fleeting autumn light steal the show
13. Okt. 2026∙15 min


Reisen
Cornwall’s wild coastline draws travellers year-round, but for one photographer, the quieter beaches, shifting weather and fleeting autumn light steal the show
13. Okt. 2026∙15 min


Die Reise- und Lifestyle-Fotografin Issy Croker hat ein Auge für das Unscheinbare und Alltägliche. Sie entdeckt Schönheit auf lokalen Märkten, in kleinen Restaurants abseits der Hauptstraßen und in den Gesichtern der Menschen, die einem Ort Leben einhauchen.
Kaum hatte ich mein Gepäck in der kleinen Adobe-Casita abgestellt, griff ich schon nach meiner Kamera und machte mich auf den Weg zur Küste. Im Stillen hatte ich die Tage bis zu dieser Auszeit in Mexiko gezählt, und jede Minute schien zu kostbar, um sie zu verschwenden. La Saladita, ein ruhiges Dorf an der mexikanischen Pazifikküste, hatte mich wieder einmal zurückgezogen. Ich wollte die Landschaft und den gemächlichen Rhythmus des Alltags festhalten, die diesen Küstenabschnitt prägen. Dieser Ort belohnt alle, die bereit sind, einen Gang herunterzuschalten. Jeder Tag bringt etwas anderes: wechselndes Licht, Menschen oder stille Momente, die sich am Ufer ergeben.
Mexiko hat viele schöne Küstendörfer, jedes geprägt von seiner eigenen Landschaft und seinen Traditionen. In La Saladita leben nur wenige hundert Menschen. Der verschlafene Ort ist für einen der längsten linksbrechenden Point Breaks Amerikas bekannt. Die Welle läuft scheinbar endlos an der Küste entlang und zieht Longboarder:innen aus aller Welt an, die sich das Wasser mit Einheimischen teilen, die hier jeden Abschnitt kennen. Ich hatte zehn Tage Zeit, mich auf das Leben hier einzulassen, und schon bald drehte sich alles um den Ozean. Meine Casita lag nur fünf Gehminuten vom Strand entfernt, und das Zentrum lag kaum weiter. So fand ich schnell den entspannten Rhythmus des Dorfes. Nur die Mittagshitze bremste mich aus, denn die Temperaturen näherten sich regelmäßig 40 °C. Schon bald gehörten frühe Morgenstunden, Schwimmen im Meer, kaltes Corona und Siestas am Nachmittag zu meinem Alltag.
Mousehole, Cornwall. Photos: Issy Croker
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Fotos: Issy Croker
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Als die Sonne im Osten langsam über die Berge stieg, tauchte das erste Tageslicht alles in jenes sanfte Licht, das ich von so weit her angereist war, um es einzufangen. Surfer:innen wateten ins klare Wasser und paddelten mühelos hinaus zum Line-up, um die ruhigen Bedingungen zu nutzen, bevor der Tag richtig begann. In eine Richtung schien sich der Strand endlos zu erstrecken, in der anderen ging er in eine felsige Halbinsel mit glatten Felsbrocken über, die über Jahre hinweg von der Brandung des Pazifiks geformt worden waren. Hier, wo sich der Point um die Landzunge zog, begann die berühmte Welle von La Saladita ihren langen Weg zum Ufer.
In eine Richtung schien sich der Strand endlos zu erstrecken, in der anderen ging er in eine felsige Halbinsel mit glatten Felsbrocken über, die über Jahre hinweg von der Brandung des Pazifiks geformt worden waren
Foto: Issy Croker
My journey began in Tintagel, a village on Cornwall’s north coast steeped in Arthurian lore. The main street is lined with old pubs, shops, bakeries and cafes, drawing travellers to the architecture and the unforgiving coastal terrain. At midday, I set out on the coastal path to Tintagel Castle. The narrow trail through fields and wild grassland opened out along the coast, sea caves and rocky inlets carved into the cliffs below. The roar of the surf and heavy clouds lent the approach an eerie, brooding quality as the castle came into view on the cliffs.
At the tip of a jutting peninsula stood the slate remains of the castle, windswept and battered by centuries of weather. The clouds broke for a few moments, casting the weathered stonework in golden sunlight. These fleeting moments were exactly what I had come to Cornwall to experience. Autumn rarely gives you perfect conditions for long, but that impermanence makes the photographs more rewarding. I watched the sky constantly, waiting for the next break in the clouds and responding to whatever the landscape gave me.
Tintagel, Cornwall. Photo: Issy Croker
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Fotos: Issy Croker
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Mit meiner Kamera, sicher im wasserdichten Gehäuse, zog ich meine Flossen an und schwamm hinaus. Das Wasser war so klar, dass die Surfer:innen bei jedem Ritt über dem Ozean zu schweben schienen. Den einheimischen Surfer:innen dabei zuzusehen, wie sie scheinbar mühelos über die Welle glitten, war genauso faszinierend wie sie zu fotografieren. Hinter der Brandung rahmten die vulkanischen Berge die Küste ein. Ihr sattes Grün hob sich von den kräftigen Blautönen des Pazifiks ab. Ein Bild wurde für mich zum Foto der Reise: ein einzelner Surfer, der vor der Kulisse der Berge über eine Wasserwand glitt.
Während die Morgen dem Surfen gehörten, boten die Abende Gelegenheit, das Leben vor Ort über das Essen kennenzulernen. Sobald die Luft etwas abkühlte, erwachten die wenigen Restaurants in La Saladita zum Leben. Offene Küchen und traditionelle Zubereitung verliehen jeder Mahlzeit etwas Persönliches. Frisch gefangener Fisch bestimmte die Speisekarten: Ceviche, Tacos, Guacamole und herzhafte Suppen. Wie im Dorf selbst wirkte auch hier alles angenehm unaufgeregt. Familien empfingen ihre Gäste mit herzlicher Gastfreundschaft und schufen eine Atmosphäre, die ebenso in Erinnerung blieb wie das Essen.
This quieter side of Cornwall is one of its greatest attractions. The landscape feels as though it has been handed back to the people who live there
As early light spilled through the clouds across the coastline, I trekked a few kilometres towards Land’s End. The coastal path sets out from Gwynver Beach, descends towards Sennen, and continues over steep headlands to the westernmost tip of England. I meandered down from the grassy headlands to the sprawling beach of Sennen, which stretched for hundreds of metres towards the horizon at low tide. Rows of terraced houses followed the curve of the cove, while fishing boats bobbed lazily in the harbour.
I continued past the town limits, following bridleways and footpaths towards the craggy coastline. The threat of rain and the sharp gusts off the cliffs were a small price to pay for the views along this stretch of coast. The cliffs, sea and clouds merged into stark shapes and tones, making this section particularly suited to black and white. Stripping the colour heightened the coastline’s scale and drama, echoing the weather’s harsher mood.
Foto: Issy Croker
Foto: Issy Croker
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Als die Sonne langsam sank, wurde das Licht wieder sanfter. Sonnenstrahlen fielen durch die Palapas am Strand, während Fischer vom Ufer aus ihre Netze auswarfen und die letzten Surfer:innen als Silhouetten über den Horizont glitten. Diese ruhigere Stunde wurde schnell zu meiner liebsten Zeit für Streifzüge mit nichts weiter als einem 50-mm-Objektiv. Ich hielt die kleinen Details fest, die diesem Ort seinen Charakter gaben. Nach Motiven musste ich nicht suchen – sie schienen sich von selbst zu zeigen.
Wer so nah am Äquator fotografiert, muss lernen, das Licht zu lesen. Die warme, tief stehende Sonne bei Sonnenauf- und -untergang schafft eine Stimmung und Tiefe, die im grellen Licht der Mittagsstunden nur schwer zu finden sind. Mir war es wichtig, die Menschen vor Ort um Erlaubnis zu bitten, bevor ich sie fotografierte, und die kleinen Betriebe zu unterstützen, die das Rückgrat des Dorfes bilden. La Saladita ist bis heute angenehm unaufgeregt geblieben. Jede Mahlzeit, jeder Kaffee und jeder Einkauf unterstützt die Familien, die hier zu Hause sind.
Foto: Issy Croker
Auch abseits der Hauptstraße gab es viel zu entdecken. Mit einem gemieteten Motorrad konnte ich problemlos die benachbarten Dörfer entlang der Küste erkunden, die jeweils eigene Einblicke in den Alltag boten. Gerade diese ruhigeren Momente hielt ich besonders gern fest: spontane Szenen, Begegnungen am Straßenrand und Landschaften, die eine andere Seite dieses Teils Mexikos zeigten. Nur selten ging ich ohne meine Kamera los, denn oft entstanden die Bilder, die mir am stärksten in Erinnerung blieben, genau dann, wenn ich gar nicht danach suchte.