Insights
Die meistfotografierten Orte in Lissabon
Die Plätze, Burgen und Klöster, die Besucher:innen in Lissabon besonders gern fotografieren – sortiert nach echten Reisedaten
23. Juni 2026∙8 min


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Die Plätze, Burgen und Klöster, die Besucher:innen in Lissabon besonders gern fotografieren – sortiert nach echten Reisedaten
23. Juni 2026∙8 min


Von Georgina Groom-Rietschy
Lissabons Kopfsteinpflasterstraßen führen über Hügel, vorbei an geschichtsträchtigen Plätzen und entlang einer sonnenverwöhnten Uferpromenade. Die Stadt ist berühmt für ihre eindrucksvolle Schönheit: Azulejo-Fassaden, jahrhundertealte Klöster und eine lebendige Kunst-, Handwerks- und Kulinarikszene. Da ist es gar nicht so leicht zu wissen, wo man mit dem Fotografieren anfangen soll. Doch mit ihrem filmreifen Licht und ihrer freiheitsliebenden Art findest du in Lissabon kaum einen schlechten Blickwinkel.
Um herauszufinden, welche Orte Popsa-Reisende 2025 in Lissabon am häufigsten fotografiert haben, haben wir Millionen von Kundenfotos sorgfältig und datenbasiert ausgewertet. Im Vergleich zu unserem Ranking von 2024 blieb die zum Hafen ausgerichtete Praça do Comércio weiterhin an der Spitze. Das Castelo de São Jorge und das Mosteiro dos Jerónimos behaupteten erneut die Plätze zwei und drei. Der Torre de Belém fiel dagegen ganz aus dem Ranking heraus – verständlich, denn der Turm aus dem 16. Jahrhundert war wegen laufender Restaurierungsarbeiten über weite Teile des Jahres für Besucher:innen geschlossen. Hier erfährst du, welche Orte auf keiner Lissabon-Reise fehlen sollten.
Mehr dazu, wie die Daten analysiert und die Fotoindex-Werte berechnet wurden, findest du in der Methodik am Ende dieses Artikels.
Praça do Comércio, Baixa. Foto: João Reguengos, Unsplash
Fotoindex-Wert: 100
Die Praça do Comércio liegt im Herzen des historischen Baixa-Viertels, direkt gegenüber dem glitzernden Tejo. Der markante gelbe Platz entstand nach dem verheerenden Erdbeben von 1755, das große Teile der Hauptstadt zerstörte. Zuvor stand hier der Königspalast – deshalb nennen die Einheimischen ihn bis heute Terreiro do Paço. Mach ein Foto unter dem Triumphbogen oder neben der Reiterstatue von König José I., bevor du am Wasser entlangspazierst und für einen kleinen Imbiss im Time Out Market Halt machst. Wenn du morgens unterwegs bist, geh stattdessen durch den Bogen zur Rua do Comércio und dann direkt weiter ins Cotidiano. Dort gibt es hervorragenden Kaffee und Brunch mit Blick aus der ersten Reihe auf die historische Tram 28, die vorbeirattert.
Castelo de São Jorge, Alfama. Foto: Meina Yin
Fotoindex-Wert: 75
Das Alfama-Viertel in Lissabon ist bekannt für seine steilen, verwinkelten Gassen, die scheinbar bis zum Fluss hinunterfallen. Über allem thront das Castelo de São Jorge, eine maurische Festung auf einem Hügel, der schon seit der Antike besiedelt ist. Seine Türme und Innenhöfe erzählen von vielen Jahrhunderten Stadtgeschichte – auch von der Zeit, in der die Burg vom 13. bis zum 16. Jahrhundert als königliche Residenz diente. Komm am besten früh, um vor Hitze und Menschenmassen über die Burgmauern zu laufen und den weiten Blick über die terrakottafarbenen Dächer der Stadt zu genießen. Vielleicht begegnest du auch der frei umherlaufenden Pfauenfamilie der Burg. Das beste Fotomotiv bietet jedoch die große Aussichtsterrasse. Wenn du an einem Dienstag oder Samstag dort bist, lohnt sich danach ein Abstecher zum nahe gelegenen Flohmarkt Feira da Ladra mit Antiquitäten und lokalem Kunsthandwerk.
Mosteiro dos Jerónimos, Belém. Foto: Alex, Unsplash
Fotoindex-Wert: 75
Wenn es einen Ort auf dieser Liste gibt, der wie gemacht für Fotos ist, dann das Mosteiro dos Jerónimos. König Manuel I. ließ das Hieronymitenkloster 1501 errichten, um Vasco da Gamas wegweisende Reise nach Indien zu würdigen und eine königliche Grablege zu schaffen. Heute gehört es zum Unesco-Welterbe und ist berühmt für seine manuelinische Architektur, in der gotische Pracht und maritime Motive aus honigfarbenem Kalkstein mühelos zusammenfinden. Achte auf die feinen Schnitzereien an den Säulen: Seile, Anker und Meerestiere, eingerahmt von muschelförmigen Bögen, Türmchen und Wasserspeiern. Wenn du genug Fotos gemacht hast, geh gleich nebenan zu Pastéis de Belém. Das Gebäude mit seiner Azulejo-Fassade ist kaum zu übersehen und gilt als Geburtsort der berühmtesten Spezialität Portugals: des Pastel de Nata. Ursprünglich von Mönchen entwickelt, wird das Rezept dort bis heute bewahrt und weiter verfeinert.
Praça Dom Pedro IV, Baixa. Foto: Oksana, Unsplash
Elevador de Santa Justa, Baixa. Foto: Tharan Melo, Unsplash
Fotoindex-Wert: 56
Die Praça Dom Pedro IV ist einer der lebendigsten Plätze Lissabons, umgeben von Boutiquen, Restaurants und kunstvollen Brunnen. Nur einen Katzensprung entfernt steht der berühmte Elevador de Santa Justa – ein neogotisches Wunderwerk aus Eisen, 45 m hoch, das die Baixa mit dem Largo do Carmo im Chiado verbindet und die steilen Hügel der Stadt umgeht. Spaziere über die schwarz-weißen Wellenmuster der Pflastersteine und – ja, wirklich – schau bei Zara vorbei. Es ist die zweitgrößte Filiale der Welt, inklusive eigener Bäckerei. Im Winter übernimmt der Rossio-Weihnachtsmarkt den Platz, mit mehr als 50 traditionellen Hütten, in denen handgefertigte Waren wie Keramik, Textilien und Lederwaren sowie regionale Spezialitäten und lokale Köstlichkeiten verkauft werden.
Oceanário de Lisboa. Foto: Max Kukurudziak, Unsplash
Fotoindex-Wert: 53
Das Aquarium von Weltrang liegt auf einem Pier am Tejo, mitten im familienfreundlichen Viertel Parque das Nações. Sein zentrales Becken fasst fünf Millionen Liter Meerwasser – so viel wie zwei olympische Schwimmbecken. Darin ziehen Haie, Rochen und Barrakudas ihre Bahnen. Vier Themenbereiche zeigen Lebensräume aus dem Nordatlantik, der Antarktis, dem Pazifik und dem Indischen Ozean. Besonders Kinder werden daran ihre Freude haben, genauso wie am faszinierenden Kelpwald. Danach kannst du draußen über den Loures Riverfront Boardwalk spazieren, eine 6 km lange Strecke entlang von Salzwiesen, Fischerstegen und Wattflächen. Die Tunnel sind so angelegt, dass sie in der Mittagshitze Schatten spenden. Oder du steigst in die Seilbahn Telecabine Lisboa und genießt den Blick über die Stadt von oben.
Avenida da Liberdade, Avenidas Novas. Foto: Alice Kotlyarenko, Unsplash
Fotoindex-Wert: 41
Die Avenida da Liberdade ist etwas mehr als 1 km lang und verbindet die Praça dos Restauradores mit der Praça do Marquês de Pombal. Sie gilt als Lissabons Zentrum für Luxus-Shopping: Entlang der breiten, von Bäumen gesäumten Boulevards liegen Boutiquen von Prada, Gucci, Cartier, Louis Vuitton und Loewe. Gleichzeitig findest du hier einige der angesagtesten Hotels der Stadt, darunter das Aparthotel Locke de Santa Joana. Mit seinem einladenden Pool, Cocktails, guter Musik, stilvollen Zimmern und einer Brasserie unter der Leitung des Sternekochs Nuno Mendes zieht es auch viele Einheimische an. Wenn du zum ersten Mal in Lissabon bist: Die offenen Stadtrundfahrtbusse starten regelmäßig am grünen Kreisverkehr unter der Statue von Sebastião José de Carvalho e Melo.
Padrão dos Descobrimentos, Belém. Foto: Farnaz Kohankhaki, Unsplash
Fotoindex-Wert: 41
Besuche zuerst die LX Factory und stöbere in der mehrstöckigen Buchhandlung Livraria Ler Devagar, wo deckenhohe Regale und ein von der Decke hängendes Fahrrad eine eindrucksvolle Kulisse bilden. Danach findest du bei Cerâmica Factory schönes handgefertigtes Geschirr. Von dort ist es nur eine kurze Fahrt nach Westen zum Padrão dos Descobrimentos, einem hohen Denkmal in Form des Bugs einer Karavelle. Es ist mit mehr als 30 bedeutenden Persönlichkeiten geschmückt, darunter Vasco da Gama und Luís de Camões. Errichtet wurde es 1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer. Seitdem ist es zu einem der meistfotografierten Wahrzeichen Lissabons geworden – und zu einem Symbol für die maritime Geschichte der Stadt. Ganz in der Nähe steht der Torre de Belém, der nach einjähriger Schließung infolge eines Restaurierungs- und Konservierungsprojekts vor Kurzem wiedereröffnet wurde.
Jardim Zoológico de Lisboa. Foto: Aleksandr Zaitsev, Unsplash
Fotoindex-Wert: 38
Der Jardim Zoológico de Lisboa liegt in einem der ruhigeren Wohnviertel Lissabons und ist ein entspannter Rückzugsort abseits der vielbesuchten Straßen der Stadt. Als er 1884 eröffnet wurde, war er der erste Tier- und Pflanzenpark der Iberischen Halbinsel. Danach zog er zweimal um, bevor er seinen heutigen Standort in der Quinta das Laranjeiras fand. Heute ist der Zoo ebenso Naturschutzeinrichtung wie Ausflugsziel, mit mehr als 2.000 Tieren und einem Auftrag, der weit über Lissabon hinausreicht: Er beteiligt sich aktiv an europäischen Zuchtprogrammen für bedrohte Arten. Zu den Höhepunkten gehören die Delfinbucht, das Reptilienhaus und die Seilbahn, die einen Blick aus der Vogelperspektive über das Gelände bietet – alles in einem Ticket enthalten.
Estádio do Sport Lisboa e Benfica, Benfica. Foto: Chris Kursiko, Unsplash
Fotoindex-Wert: 35
Das Estádio da Luz wurde 2025 umfassend erweitert und bietet nun Platz für 68.000 Besucher:innen. Gleichzeitig fanden dort mehrere ausverkaufte Konzerte von Taylor Swift und Ed Sheeran statt – da überrascht es kaum, dass das Stadion zu den meistfotografierten Wahrzeichen Lissabons zählt. Bekannt ist es vor allem als Heimat von SL Benfica, einem der erfolgreichsten Fußballvereine Portugals, und als Schauplatz großer Momente der Sportgeschichte, darunter die Champions-League-Finals 2014 und 2020. Wenn du das Stadion besuchen möchtest, während deiner Reise aber kein Event stattfindet, kannst du eine Tour buchen: durch den Spielertunnel laufen, einen Blick in den Presseraum werfen und das angeschlossene Museu Cosme Damião besuchen. Es ist nach dem wichtigsten Vereinsgründer benannt und erzählt auf drei Etagen die Geschichte eines der traditionsreichsten Fußballclubs.
Igreja do Convento de Santa Maria do Carmo, Chiado. Foto: Kristijan Arsov, Unsplash
Fotoindex-Wert: 31
Im Sommer finden in diesem dachlosen Kloster immersive Multimedia-Shows statt, die visuelle Effekte, virtuelle Tänzer:innen und Musik bekannter portugiesischer Künstler:innen verbinden und mehr als 600 Jahre Stadtgeschichte erzählen. Doch auch abseits des saisonalen Programms gehören die gotischen Bögen unter freiem Himmel zu den eindringlichsten und meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sie sind eine Folge des verheerenden Erdbebens, bei dem das Dach während der Allerheiligenmesse auf die versammelte Gemeinde stürzte und nie wieder aufgebaut wurde. Komm am besten früh in der Woche, um das Archäologische Museum von Carmo in Ruhe zu erkunden. Die vielseitige Sammlung reicht von mittelalterlichen Gräbern bis hin zu südamerikanischen Mumien.
Um die meistfotografierten Orte in Lissabon zu ermitteln, hat Popsas Data-Science-Team Millionen von Fotos analysiert, die 2025 von Kunden hochgeladen wurden. Anhand der Standortmetadaten haben wir Bilder identifiziert, die innerhalb der Grenzen der meistbesuchten Orte Lissabons aufgenommen wurden, und sie nach dem Gesamtaufkommen sortiert.
Jeder Ort erhielt einen Fotoindex-Wert, der das relative Volumen der dort aufgenommenen Fotos im Vergleich zu allen anderen Orten des Datensatzes angibt. Anschließend wurden die Werte auf einer Skala von 0 bis 100 normalisiert, wobei der meistfotografierte Ort als Referenz diente. So entsteht ein Ranking, das echtes Reiseverhalten widerspiegelt – und nicht nur zeigt, wohin Menschen reisen, sondern auch, welche Orte sie besonders dazu inspirieren, ihre Erinnerungen festzuhalten.