Fotografie

Meistere die Weitwinkelfotografie mit dem iPhone

Get the full picture with your iPhone. Learn the tricks, tools and techniques behind wide-lens photography

Photographer and writer Dan Mold looking through a camera

Dan Mold

Fotograf und Autor

19. Aug. 20259 min

Aerial view of a historic city with a large Gothic-style building, tree-lined streets, and a clear blue sky.
Aerial view of a historic city with a large Gothic-style building, tree-lined streets, and a clear blue sky.

Dan Mold ist ein preisgekrönter Fotograf, Fotojournalist und Autor aus Cambridgeshire in England mit über 13 Jahren Erfahrung. Dan ist außerdem ein ehemaliger Adobe-Photoshop-Guru – Du kannst dich also auf seine Tipps verlassen, wenn es darum geht, das Beste aus deinen Bildern herauszuholen.

Vielleicht hast du schon einmal von der Weitwinkelfotografie gehört, aber was genau bedeutet das und wie kannst du damit deine Fotos verbessern? Auf deinem iPhone wird das Vergrößern und Verkleinern durch die sogenannte Brennweite bestimmt, die in Millimetern gemessen wird. Eine Brennweite von etwa 50 mm entspricht in etwa dem, was das menschliche Auge auf natürliche Weise sehen kann. Um entfernte Motive näher fotografieren zu können, musst du eine längere Brennweite verwenden, z. B. 300 mm. Umgekehrt kannst du durch das Herauszoomen auf eine größere Brennweite – beispielsweise 24 mm oder weniger – mehr von der Landschaft in deinem Bild einfangen.

Seit dem iPhone 7 Plus hat Apple seine Smartphones mit mehreren Kamerasensoren und speziellen Objektiven ausgestattet, die Funktionen wie den optischen Zoom, die Makrofotografie und eine verbesserte Bildverarbeitung ermöglichen. Das Standardobjektiv ist in der Regel ein 24-mm-Weitwinkelobjektiv, wobei zusätzliche Kameras verschiedene Brennweiten bieten.

Mit einem größeren Winkel kannst du mehr von der Umgebung einfangen, was sich vor allem für weitläufige Landschaften, Reiseaufnahmen wie den Grand Canyon oder große Innenräume wie Kirchen oder Kathedralen eignet. Ultraweitwinkelobjektive können jedoch zu einer tonnenförmigen Verzerrung führen, besonders an den Bildrändern. Dadurch können gerade Linien – wie die Kanten von Gebäuden – gekrümmt oder gebogen erscheinen. Während das in offenen Landschaften nicht unbedingt ein Problem ist, ist es bei Nahaufnahmen von Porträts weniger vorteilhaft, da die Verzerrung Gesichtszüge und Gliedmaßen strecken oder verzerren kann.

A scenic view of a grassy field with trees and the University of Cambridge under a clear blue sky.

Mit einem größeren Bildwinkel kannst du mehr von der Umgebung einfangen

Brennweite erklärt: So machst du Weitwinkelaufnahmen mit dem iPhone

Das Umschalten der Brennweiten in der Kamera-App ist ganz einfach. Tippe im Fotomodus auf die Zoomoption am unteren Bildschirmrand oder wische zwischen den Einstellungen hin und her. Auf einem iPhone 14 Pro kannst du beispielsweise zwischen 0,5x, 1x, 2x oder 3x wählen oder durch Wischen den Zoom zwischen diesen Punkten genauer einstellen. Alternativ kannst du auch die bekannte Pinch-to-Zoom-Geste verwenden, um deinen Bildausschnitt anzupassen.

Beim iPhone 14 Pro entspricht der Standardzoom von 1x einer Brennweite von 24 mm und liefert die beste Bildqualität – auch für ProRAW-Fotos und Auflösungen von bis zu 48,8 MP. Wenn du 0,5x verwendest, wird ein Ultraweitwinkelobjektiv mit 13 mm Brennweite genutzt, aber die Auflösung wird auf 12,2 MP reduziert. Das ist zwar für die meisten Anwendungen immer noch mehr als ausreichend – vor allem für die Anzeige auf einem Smartphone-Bildschirm –, schränkt aber deine Möglichkeiten ein, Bilder ohne Qualitätsverlust zu beschneiden oder großformatig zu drucken. Wenn du eine breitere Komposition anstrebst, solltest du lieber einen Schritt zurücktreten, anstatt dich auf das Ultraweitwinkelobjektiv deines Handys zu verlassen, damit du die höchstmögliche Bildqualität beibehalten kannst.

A hand holds a smartphone, capturing a scenic cityscape with historic buildings under a blue sky, displayed on the phone screen.

Wechsle auf 0,5x, um das Ultraweitwinkelobjektiv mit 13 mm Brennweite zu verwenden.

Der Panoramamodus fügt eine Reihe von Bildern zusammen, während du dein iPhone über die Landschaft bewegst.

Wenn du ein Ultraweitwinkelfoto machen möchtest, ohne bei der Qualität deines Bildes Abstriche machen zu müssen, dann solltest du den Panoramamodus ausprobieren. Diese Funktion fügt eine Reihe von Bildern zusammen, während du dein iPhone über die Landschaft schwenkst, und erstellt so ein einziges breites Bild mit allen wichtigen Details. Dieser Modus ist eine tolle Alternative, wenn selbst das Ultraweitwinkelobjektiv nicht mehr ausreicht.

Bevor du mit deinem Panoramabild beginnst, solltest du am besten auf 1x oder höher heranzoomen. Das hilft, Verzerrungen zu reduzieren und macht es deinem iPhone leichter, die Bilder nahtlos aneinander zu reihen. Vermeide es, Objekte aufzunehmen, die zu nah am Objektiv sind, da dies zu Fehlern oder visuellen Störungen führen kann. Tippe auf den Auslöser, sobald du über die Landschaft geschwenkt hast,um den Vorgang abzuschließen. Anschließend kannst du in der Foto-App das Bild zuschneiden, den Horizont begradigen oder weitere Bearbeitungen vornehmen, darunter Belichtungs- und Farbanpassungen.

Hand holding an iPhone in panorama mode capturing a panoramic cityscape from a rooftop, with a metal fence in the background.

Der Panoramamodus fügt eine Reihe von Bildern zusammen, während du dein iPhone über die Landschaft bewegst.

A scenic riverside view with multiple boats docked, buildings lining the water, and a clear blue sky overhead.

Vermeide es, deine Kamera nach oben zu neigen, da sich die geraden Linien in Gebäuden sonst nach innen wölben und zur Bildmitte hin neigen.

Tiefenschärfe und Bildschärfe

Sowohl die Brennweite als auch die Sensorgröße beeinflussen die Tiefenschärfe – den Bereich eines Bildes, der scharf erscheint. iPhones verwenden kleine Sensoren, die die Tiefenschärfe auf natürliche Weise erhöhen. Das Fotografieren mit einem Weitwinkel- oder Ultraweitwinkelobjektiv trägt zu diesem Effekt bei und hilft, einen größeren Teil deines Bildes scharf zu halten.

Weitwinkelobjektive eignen sich deshalb besonders gut für Landschafts-, Architektur- und Gruppenaufnahmen, bei denen üblicherweise alle Bereiche des Bildes scharf bleiben sollen.

Aerial view of a historic university campus with Gothic architecture, green lawns, and clear blue sky in the background.

Weitwinkelobjektive eignen sich hervorragend für Landschaften und Architekturaufnahmen, bei denen alles gestochen scharf erscheinen soll.

Aufsteckbare Objektive

Aufsteckbare Objektive können acuh für Smartphones nützlich sein, vor allem für ältere Modelle mit nur einem oder zwei eingebauten Objektiven. Mit diesen externen Objektiven kannst du kreative Effekte wie Fischaugenverzerrungen oder extreme Weitwinkelaufnahmen erzeugen.

Allerdings bieten moderne iPhones mit speziellen Ultraweitwinkelobjektiven bereits eine hervorragende Weitwinkelleistung, sodass Aufsteckobjektive für Hobby-Handyfotografen weniger wichtig sind. Zusätzliche Gläser vor dem Objektiv kann auch die Bildqualität beeinträchtigen. Dennoch können sie für alle, die Smartphones ohne integrierte Ultraweitwinkelobjektive verwenden, eine unterhaltsame Möglichkeit zum Experimentieren sein. Das Fischaugenobjektiv ist auf jeden Fall einen Versuch wert, da es einen ganz besonderen Look für Fotos und Videos erzeugt. Ich persönlich mag die 3-in-1-Aufsteckobjektive, da sie mit einer Vielzahl von Ultraweitwinkel- und Fischaugenobjektiven für lustige kreative Weitwinkeleffekte sowie einem dritten Makroobjektiv zum Experimentieren mit Makroaufnahmen ausgestattet sind.

Person holding a smartphone with a red clip-on lens attached, outdoors in sunlight.

Für Smartphones ohne integriertes Ultraweitwinkelobjektiv können Aufsteckobjektive eine unterhaltsame Möglichkeit zum Experimentieren sein.

Tipps und Tricks

Weitwinkelaufnahmen eignen sich auch super für Reise- und Landschaftsfotos, aber es gibt ein paar Dinge, die man beachten sollte. Vermeide es zum Beispiel, mit Ultraweitwinkelobjektiven zu nah an Personen heranzugehen, vor allem bei Porträtaufnahmen – Gesichtszüge können leicht verzerrt werden. Bei Ganzkörperporträts kannst du ein paar ausgefallene Aufnahmen machen, bei denen die Gliedmaßen verzerrt werden und die Models größer wirken – wie bei allem im Leben können Regeln manchmal gebrochen werden.

Bei Aufnahmen von Gebäuden und anderen architektonischen Landschaften, aber auch bei Stadtansichten und Urlaubsfotos solltest du es vermeiden, die Kamera nach oben zu neigen, da dadurch die geraden Linien der Gebäude schief werden und zur Bildmitte hin neigen können. Fotografiere stattdessen auf Kopf- oder Hüfthöhe. Wenn du einen weiteren Blickwinkel benötigst, wechsle zu deinem Ultraweitwinkelobjektiv oder mache eine Panoramaaufnahme.

Erwarte bei Weitwinkelaufnahmen keine kreativ-unscharfen Hintergründe. Durch die große Schärfentiefe bleibt der größte Teil der Szene scharf. Deshalb eignen sich Weitwinkelobjektive super für Reiseaufnahmen, Landschaften, für die Architektur und für Gruppenfotos, da durch die große Tiefenschärfe alles in deiner Komposition gestochen scharf bleibt. Wenn du dein Motiv vor einem weichen Hintergrund isolieren möchtest, solltest du besser auf eine längere Brennweite zoomen, bei der die Hintergrundunschärfe und die Trennung vom Motiv stärker ausgeprägt sind.

Front view of the Fitzwilliam Museum with neoclassical columns, banners, and people on the steps under a clear blue sky.

Vermeide es, deine Kamera nach oben zu neigen, da sich die geraden Linien in Gebäuden sonst nach innen wölben und zur Bildmitte hin neigen.

Dan, wearing a cap using an iPhone to take a photo outdoors, with a blurred background of a stone structure.

Weitwinkelobjektive eignen sich hervorragend für Reiseaufnahmen, Landschaften, Architektur und Gruppenfotos.

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