Fotografie

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für magische Familienmomente

Vergiss professionelle Fotografen und perfekte Posen – mit nichts weiter als deinem Handy und etwas Kreativität entstehen echte, herzerwärmende Erinnerungen

A woman smiling while carrying a young child on her back in a forest. Black and white photo.

Aimee Morris

Content Creator

15. Juni 202613 min

Three children lying on a bed, smiling and playing together, with a dog resting nearby.
Three children lying on a bed, smiling and playing together, with a dog resting nearby.

Vergiss perfekte Familienfotos. Du kennst sie: steife Lächeln, verkrampfte Posen und Gesichter, die eigentlich lieber woanders wären. Diese Bilder fühlen sich selten echt an. Die gute Nachricht: Es geht auch anders.

Familienfotos müssen weder kompliziert noch peinlich sein. Mit etwas Kreativität (und vielleicht einem improvisierten Stativ aus Büchern) kannst du Momente einfangen, die wirklich zu euch passen. Ob lautes Lachen, chaotisches Spielen oder kleine Alltagsabenteuer – der Zauber steckt im Unperfekten. Und manchmal hilft ein bisschen Eiscreme auch...

Du suchst nach Ideen für ein Fotoshooting, das sich natürlich anfühlt? Dann bist du hier richtig. Diese Tipps – inspiriert von Content Creatorin Aimee Morris („Aimee Gets Outside“) – zeigen dir, wie du ganz unkompliziert dein eigenes DIY-Familienfotoshooting umsetzt.

A joyful family plays on a bed with a dog nearby; one child is upside down, and others are laughing. Cozy room with shelves and decor.

Foto: Aimee Morris

Schaffe die Kulisse, nicht die Pose

Statt „Sagt mal Cheese!“ zu rufen und steife Lächeln zu bekommen, überleg lieber, was ihr als Familie wirklich gern zusammen macht – und halte genau das fest. Vielleicht springt ihr aufs Bett, spielt im Garten oder backt an einem Samstagmorgen Pfannkuchen.

Wähle eine Umgebung, in der von selbst Bewegung, Gefühle und Spaß entstehen. So bekommst du echte Lächeln – und einen Hintergrund, der euch etwas bedeutet.

A woman with long hair holds a smiling child wrapped in a blanket, with a sunset over a river in the background.

Foto: Aimee Morris

Young boy with blond hair sits on a bed, smiling and petting a relaxed French Bulldog.

Foto: Aimee Morris

Nutze natürliches Licht (der Geheimtipp schlechthin)

Gutes Licht verändert alles – und es kostet nichts. Für besonders stimmungsvolle Fotos gehst du am besten während der goldenen Stunde nach draußen: in der Stunde nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang. Wenn du drinnen fotografierst, zieh die Vorhänge weit auf und positioniere deine Motive so, dass das Licht auf ihre Gesichter fällt. So entsteht besonders filmisches Licht.

Vermeide grelle Mittagssonne oder Licht von oben, denn beides wirft schnell unvorteilhafte Schatten an den falschen Stellen.

A family of five, including two children, sits on a bed with two dogs, smiling and playing in a warmly lit room.

Foto: Aimee Morris

Stell dein Handy auf und geh ins Bild

Stative sind großartig, selbst die ganz günstigen. Aber ein Bücherregal, ein Schuhkarton oder eine Fensterbank funktionieren genauso gut. Stell dein Handy auf Selbstauslöser oder Serienbildmodus und vergiss einfach, dass es da ist.

Die besten Fotos entstehen oft dann, wenn niemand direkt in die Kamera schaut. Das wirkt weniger gestellt, entspannter und viel persönlicher.

Gib den Kindern eine Aufgabe

Bewegung ist der Schlüssel zu natürlichen Fotos – praktisch, denn Kinder sitzen ohnehin selten still. Statt zu improvisieren und auf das Beste zu hoffen, gib ihnen eine kleine Aufgabe. So bleiben sie beschäftigt, stehen am richtigen Ort und du hast die besten Chancen auf gelungene Aufnahmen.

Bitte sie, Blumen zu pflücken, ihren albernsten Tanzschritt zu zeigen, ein Geheimnis zu flüstern oder herauszufinden, wer am höchsten springen kann. So entstehen Bewegung, Gefühle und Momente, die wirklich nach Spaß aussehen.

A man with a cap holds a dog while two children playfully sit on his back. They're on a picnic blanket in a scenic countryside field.

Foto: Aimee Morris

Family of five walking on grass in front of a large historic brick building with chimneys, surrounded by a park-like setting.

Foto: Aimee Morris

Tipps für natürliche Familienfotos

Dein Handy steht, das Licht passt. Jetzt müssen nur noch alle etwas tun, damit es sich nicht nach diesem gefürchteten „Okay, jetzt lächeln!“ anfühlt. Hier sind ein paar einfache Impulse, die besonders mit kleinen Kindern wunderbar funktionieren:

„Große Gruppenumarmung … aber fester!“ Hol alle für eine Umarmung zusammen und sag dann: „Jetzt drückt euch so fest ihr könnt!“ Das endet immer in Gelächter, schiefen Grimassen und einem Foto, das wirklich nach eurer Familie aussieht – nicht nach Schulfoto.

„Küss Mama/Papa/Geschwister so oft du kannst … los!“ Ein Volltreffer bei den Kleinen. Stirn, Wangen, Hals, Schultern – so entstehen Bewegung, Kichern und pures Chaos. Die gute Sorte.

„Alle auf Mama/Papa/Geschwister!“ Die Person, die nicht hinter der Kamera steht, legt sich auf den Boden (viel Glück), dann heißt es: „Alle drauf!“ Das Ergebnis: ungefilterte Freude und großartige Actionfotos.

„Schaut die Kleinste oder den Kleinsten an“ Wenn jemand schüchtern ist, mach ihn zum Mittelpunkt: „Alle schauen jetzt zu [Name] und machen das lustigste Gesicht, das sie können!“ So rückt die Kamera in den Hintergrund und ein echter gemeinsamer Moment entsteht.

„Lauft auf mich zu und stoßt euch mit den Schultern an“ Stell dein Handy auf Serienbildmodus und lass die ganze Familie Schulter an Schulter darauf zulaufen. Dann ruf: „Und jetzt rempelt euch an!“ Das endet fast garantiert in Gelächter.

Kein Partnerlook (außer, das ist euer Ding)

Ein Fotoshooting bedeutet nicht automatisch Partnerlook und Fliege. Davon würde ich sogar eher abraten, weil es schnell gestellt wirkt. Farben, die gut zusammenpassen? Unbedingt. Am wichtigsten ist aber, dass jeder trägt, worin er sich wohlfühlt – selbst wenn das matschige Gummistiefel und ein Superheldenumhang sind.

Eines Tages wirst du mit einem Lächeln an die Phase zurückdenken, in der dein Kind das Haus nur als Spider-Man verlassen wollte. Je wohler sich alle fühlen, desto entspannter werden die Fotos.

Mach mehr Fotos, als du brauchst – und sortiere aus

Du brauchst keine 100 Fotos. Du brauchst fünf, die wirklich nach euch aussehen. Um diese fünf zu bekommen, musst du wahrscheinlich 25 machen. Fotografiere also großzügig und behalte nur die Bilder, die Freude auslösen – ganz nach Marie Kondo in 2020

Achte auf Gefühle, Verbundenheit und kleine Details – etwa Hände, die sich halten, oder gerümpfte Nasen.

Black and white photo of a smiling woman holding a young child outdoors. Both are looking to the right, with trees blurred in the background.

Foto: Aimee Morris

Freu dich über Unschärfe und kleine Makel

Ein unscharfes Foto deines Kindes mitten im Kichern? Behalten. Der Hund springt im Hintergrund ins Bild? Noch besser. Genau diese Momente erzählen die echte Geschichte eures Lebens gerade jetzt – und genau die sind es wert, gedruckt zu werden.

Unschärfe kann Gefühle, Bewegung und Energie sogar noch verstärken. Vielleicht erkennst du nicht jedes Detail in der Iris deines Kindes, aber du bist sofort wieder bei diesem rauen Kleinkindlachen, das jedes Mal kam, wenn du seinen Fuß gekitzelt hast.

Lass jemanden die Geschichte festhalten (auch du selbst)

Probier Folgendes aus: Wechsle in den Videomodus und filme ein paar Minuten echtes Leben – beim Spielen, Kochen oder Plaudern. Später kannst du einzelne Bilder als Screenshot speichern. Dieser kleine Trick liefert oft die herzlichsten Aufnahmen und hält die alltäglichen Momente fest, die sich später als die wertvollsten herausstellen.

Perfekt für alle, die sich vor der Kamera unwohl fühlen.

Drucke die Erinnerung, bevor sie verblasst

Lass diese Momente nicht einfach auf deinem Handy verschwinden. Wenn du die schönsten Aufnahmen gemacht hast, verwandle sie in ein Fotobuch oder einen Print. Alltagsmomente gedruckt zu sehen, statt nur an ihnen vorbeizuscrollen, macht sie noch besonderer.

A woman and two children laugh on a bed with a dog. A shelf with plants and photos is above them. Cozy bedroom setting.

Foto: Aimee Morris

Bonus-Tipp: Komm mit aufs Bild

Auch wenn du bequeme Kleidung trägst. Auch wenn deine Haare nicht sitzen. Du bist Teil der Geschichte, und deine Kinder werden dich darin sehen wollen.

Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als ein Fotobuch durchzublättern und festzustellen, dass man selbst nirgends zu sehen ist. Stell den Selbstauslöser ein. Geh mit aufs Bild. Vielleicht werden genau das eines Tages ihre Lieblingsfotos. Dann denkst du nicht darüber nach, wie du aussahst – sondern daran, wie dieser Moment mit deiner Familie war.

Three children joyfully playing on a bed with a small black dog, all smiling and interacting in a cozy setting.

Foto: Aimee Morris

Echt > perfekt

Du brauchst nicht das perfekte Foto – sondern das echte. Das, auf dem jemand gerade lacht, jemand gegen die Sonne blinzelt und jemand einen Keks isst, obwohl er eigentlich keinen sollte. Genau diese Aufnahme erzählt eure Geschichte.

Also stell dein Handy auf, lass das Chaos beginnen und drück auf den Auslöser. Du wirst es nicht bereuen.

Wird geladen...

Weitere Geschichten lesen über

Laden Sie die App herunter

Dank Popsas praktischer Gesichtserkennung und unseren Intelligenten Alben kannst du Erinnerungen jetzt noch schneller wiederfinden.

App StoreApp Store
Laden Sie die App herunter