Reisen
12 architektonisch beeindruckende Fotospots weltweit
Plane deine Reiseroute mit diesen außergewöhnlichen Gebäuden, Brücken und Wahrzeichen im Blick
Richard MacKichan
Reise- und Kulturjournalist
17. Sep. 2025∙11 min


Reisen
Plane deine Reiseroute mit diesen außergewöhnlichen Gebäuden, Brücken und Wahrzeichen im Blick
Richard MacKichan
Reise- und Kulturjournalist
17. Sep. 2025∙11 min


Eine der großen Freuden des Reisens ist es, die beeindruckende Gestaltung und Größe von Bauwerken zu erleben, die man zuvor nur von Bildern kannte. Hier teilt Richard MacKichan, ehemaliger Chefredakteur von Mr & Mrs Smith und heute freier Autor für Reise, Kultur und Lifestyle, seine Auswahl bemerkenswerter Bauwerke, die auf deine Bucketlist gehören – und die du selbst fotografieren solltest.
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London hat viele Wahrzeichen, doch nur eines steht unter gesetzlichem Sichtschutz. Seit Sir Christopher Wrens Kuppelkathedrale 1710 vollendet wurde, ist sie ein geliebtes Symbol der Stadt – so sehr, dass Hochhäuser, die die Sicht auf sie beeinträchtigen würden, seit 1937 verboten sind.
Du kannst sie daher von zahlreichen Punkten in der Stadt sehen – sogar aus rund 16 Kilometern Entfernung im Richmond Park, wo eigens eine Schneise im Wald freigehalten wurde. Näher kommst du auf der Millennium Bridge, die einen freien Blick auf die berühmte Kuppel bietet. Richte deine Kamera auf die Fußgänger aus, um Bewegungsunschärfe einzufangen. Für eine ruhigere Szene lohnt sich One New Change mit spiegelnden Glasfassaden, besonders zum Sonnenuntergang. In Canon Alley wird die Kathedrale eindrucksvoll zwischen den schmalen Hauswänden eingerahmt.
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„Zeitlos“ ist ein oft strapaziertes Wort – doch dieses australische Wahrzeichen trägt es zu Recht. 2023 feierte es seinen 50. Geburtstag und wirkt dennoch erstaunlich zeitgemäß. Die überlappenden, muschelartigen Formen und die perfekte Lage am Hafen eröffnen zahllose Perspektiven: von der Harbour Bridge aus, vom Wasser einer Fähre oder im Profil rund um die Bucht.
Steige die Stufen hinauf und betrachte die Fassade aus der Nähe: Die keramischen Fliesen verändern je nach Licht ihre Farbe und sorgen für kunstvoll abstrakte Effekte. Nachts wird das gesamte Bauwerk in wechselnden Farben beleuchtet – jede Aufnahme wirkt einzigartig.
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Das Empire State Building, das Flatiron Building, das Chrysler Building – viele der meistfotografierten Bauwerke New Yorks stehen dicht gedrängt in Manhattans Raster. Vom Zugang bis zum Ausgang erstreckt sie sich über knapp 2,9 Kilometer vom südlichen Manhattan über den East River bis nach Dumbo – oder nach Brooklyn Heights, je nachdem, auf welcher Seite du die Brücke verlässt – und schafft auf der gesamten Strecke zahlreiche Fotomotive.
Vom Manhattan-Zugang blickst du mit Stahlseilen und steinernem Turm im Vordergrund auf die Skyline zurück. Am Brooklyn-Ende findest du am Fuß der Brücke Jane’s Carousel sowie eine weitläufige Perspektive auf Fluss und Skyline. In der gepflasterten Washington Street, zwischen Water und Plymouth, entsteht eine besonders gelungene Aufnahme des östlichen Turms mit seiner Flagge, eingerahmt von zwei klassischen Backstein-Lagerhäusern am Hafen. Auch silberne U-Bahn-Züge rattern regelmäßig über die Brücke und sorgen für Bewegung – und eine weitere Schicht typischer New Yorker Atmosphäre.
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Noch heute so atemberaubend wie zu Baubeginn 1922 steht Rios Art-déco-Statue Christus, der Erlöser (Cristo Redentor), stolz auf dem Gipfel des Corcovado und blickt über die weitläufige Stadt zu ihren Füßen. Vom Corcovado selbst gelingen detailreiche Nahaufnahmen der Statue, oder – ganz im Stil eines jüngsten Vogue-Shootings – Aufnahmen der Menschen auf den Stufen darunter, die wie winzige Jünger wirken.
Vom Aussichtspunkt Mirante Dona Marta bietet sich ein weiter Blick auf den bewaldeten Gipfel, dessen üppiges Grün sich ideal zum Einrahmen eignet – eine ähnliche Perspektive ergibt sich auch beim Blick vom Jardim Botânico nach oben. Während die strahlende Sonne wie ein natürlicher Scheinwerfer wirkt, erscheint der Erlöser an grauen Tagen besonders erhaben, wenn er vom Nebel umhüllt wird.
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Italiens älteste Einkaufspassage – und wahrscheinlich die spektakulärste der Welt – verwandelt Shopping in ein beinahe sakrales Erlebnis. Zwischen dem ebenso beeindruckenden Dom und dem Teatro alla Scala begeistern Mosaikböden, großflächige Fresken und reich verzierte Steinmetzarbeiten, doch die zentrale Glaskuppel löst bei den zahlreichen Besuchern die größte Begeisterung aus – manche legen sich sogar auf den Boden, um die perfekte Aufnahme zu machen.
Überall findet sich Symmetrie – ideal für harmonische Bildkompositionen – und auch die elegant flanierenden Besucher selbst sind spannende Motive. Im stilvollen Camparino, dem offiziellen Zuhause von Campari, genießt du erhöhte Ausblicke. Platziere deinen Negroni geschickt im Bild, und du hältst gleich zwei italienische Ikonen in einer Aufnahme fest.
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Sie ist alt, sie ist monumental – und man kann sich ihr kaum entziehen, sobald man durch Athen streift. Die berühmtesten Ruinen Griechenlands sind für viele der eigentliche Grund für die Reise – und ohne zumindest einen fotografischen Beweis wirst du die Stadt kaum verlassen wollen. Plane deinen Aufstieg daher mit reichlich Geduld: Es wird heiß und voll.
Die dominante Stellung des Parthenon erschließt sich vielleicht am besten aus der Ferne. Vom hoch gelegenen Lykabettus-Hügel kannst du heranzoomen und den eindrucksvollen Kontrast zwischen der weitläufigen modernen Stadt und ihrem antiken Monument festhalten. Zahlreiche Hotels rühmen sich perfekter Ausblicke, doch nur das Dolli hält dieses Versprechen wirklich – mit spektakulären Akropolis-Panoramen vom Restaurant, vom Pool und sogar aus einigen ausgesprochen schönen Zimmern.
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Wenn dir der Name nicht sofort etwas sagt, kommt dir Chand Baori vielleicht beim Anblick bekannt vor. Als einer der ältesten erhaltenen Stufenbrunnen Indiens gilt dieses Bauwerk aus dem 9. Jahrhundert als beeindruckende architektonische und ästhetische Meisterleistung: 3.500 Stufen führen über 13 Ebenen hinweg 30 Meter in die Tiefe.
Ursprünglich sammelte der Brunnen das kostbare Regenwasser für die Menschen der Wüstenregion, zugleich war er ein wichtiger Treffpunkt. Sein an Escher erinnerndes, geometrisches Design ermöglichte großen Menschenmengen einen einfachen Zugang. Von Jaipur aus ist es ein kleiner Umweg, knapp zwei Stunden mit dem Auto, doch Touren lassen sich unkompliziert organisieren – und das Schauspiel lohnt sich. Sonne, Sandstein, Schatten und die scheinbar endlosen Stufen verbinden sich zu geradezu hypnotischen Szenerien. Plane etwa 30 Minuten ein, dann solltest du eine wirklich eindrucksvolle Aufnahme festhalten können.
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Natürlich gibt es in Paris unzählige fotogene Szenen – doch wer den Eiffelturm noch nicht aus nächster Nähe erlebt hat, spürt schnell, welche architektonische Wucht er entfaltet. Als höchstes Bauwerk der Stadt blitzt die „Eiserne Lady“ überall zwischen den Straßenzügen auf, also halte deine Kamera stets bereit.
Am westlichen Ende der Rue de l’Université eröffnet sich ein besonders schöner Blick von oben bis unten, wobei Kopfsteinpflaster und schmiedeeiserne Balkone dem Bild zusätzlichen Pariser Charme verleihen. Wer architektonische Details liebt, wird sich vom Garten an ihrem imposanten Sockel angezogen fühlen. Unvergesslich sind die Sonnenuntergänge mit Turmblick vom Palais de Tokyo, doch vielleicht am reizvollsten sind die Ansichten von der Rive Gauche, wo sich der Turm verzerrt in der Seine spiegelt – dem wahren Herzen der Stadt.
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Wenn du bei Lanzarote zuerst an Pauschalurlaub und Plastikliegen denkst, lohnt sich ein Perspektivwechsel. Die fast außerirdisch wirkende Vulkaninsel besitzt ein reiches künstlerisches Erbe – nicht zuletzt dank César Manrique, Künstler, Architekt und Aktivist, der gewissermaßen zum kreativen Direktor der Insel wurde.
Sein ehemaliges Wohnhaus in Tahiche ist ein außergewöhnliches Schauspiel: ein geschwungenes Wohn- und Atelierensemble, das – kaum zu glauben – in einen Vulkankrater hineingebaut wurde. Man könnte sagen: Die Feuersteins treffen auf Siebzigerjahre-Modernismus und auf Natur. Lava fließt unter einem Fenster hindurch, eine Palme wächst durch zwei Etagen dem Tageslicht entgegen, Sitzbereiche sind in Felsenhöhlen gehauen, und der schroffe Basalt wird von sanften weißen Kurven ausgeglichen. Poste ein Bild aus einem beliebigen Raum – oder vom Pool – und du wirst garantiert mit „Wo ist das?“-Kommentaren überhäuft.
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Mit über 400 Hektar Fläche ist Angkor Wat die größte religiöse Anlage der Welt – und das einzige Bauwerk dieser Liste, das die Flagge seines Landes ziert. Seine schiere Größe macht es nahezu unmöglich, das gesamte Areal in einem Bild festzuhalten, doch die unzähligen Details entschädigen mehr als genug: Fast jede Steinfläche ist mit kunstvollen Darstellungen mythischer Szenen bedeckt.
Besonders spektakulär wirkt der Tempel zur Frühjahrs- und Herbst-Tagundnachtgleiche, wenn sich die zentrale Turmspitze exakt mit der aufgehenden Sonne ausrichtet – ein Fotomoment mit spiritueller Bedeutung. Wer weniger bekannte Orte sucht, folgt dem Weg nordöstlich über die Hauptanlage hinaus zu Kbal Spean, wo alte hinduistische Reliefs das Flussbett säumen. Auch der „Göttinnen“-Tempel Banteay Srei aus rotem Sandstein ist einen Besuch wert, besonders im warmen Licht des späten Nachmittags.
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Vielleicht wirkt dieser Eintrag offensichtlich, doch keine Liste wäre vollständig ohne das letzte erhaltene Weltwunder der Antike – das bis heute Besucher allein durch seine Existenz staunen lässt.
In den sandfarbenen Tönen von Sonnenauf- und -untergang entfalten die Pyramiden ihre größte Wirkung, und es gibt zahlreiche Aussichtspunkte. Selbst an geschäftigen Tagen kannst du die Große Sphinx so positionieren, dass sie sich perfekt vor einer Pyramide abhebt. Entlang der staubigen Wege findest du zudem immer wieder ruhige Stellen für eine gelungene Komposition. Mit einem Ticket kannst du auch das Innere erkunden: In Stein gemeißelte Hieroglyphen erzählen von den Pharaonen und sorgen für eindrucksvolle Detailaufnahmen.
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Im Kontrast zu den antiken Monumenten wirkt das Guggenheim selbst nach fast 30 Jahren noch erstaunlich futuristisch – besonders aus der Nähe. Entworfen vom renommierten Architekten Frank Gehry, erinnert seine wellenförmige, fast traumartige Silhouette an einen dekonstruierten Ozeandampfer und prägt das Ufer des Nervión im baskischen Bilbao.
Dank der Verkleidung aus Glas, Titan und Kalkstein eröffnen sich unzählige spannende Perspektiven und Spiegelungen – ein Paradies für Fotografen. Wartest du am gegenüberliegenden Ufer, bis die Sonne tief steht, kannst du eine beeindruckende Panoramaaufnahme einfangen: Licht spiegelt sich im Wasser, und Louise Bourgeois’ markante Spinnenskulptur steht voll im Bild. Die Kunst im Inneren ist zweifellos sehenswert – doch man wird dir verzeihen, wenn du das Gebäude selbst als ebenso beeindruckend empfindest wie die Werke darin.

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