Reisen

Reisefotos: Häufige Fehler – und wie man sie vermeidet

Mit diesen einfachen Tipps werden deine Reisefotos noch besser

A tourist taking photos of a city across a body of water
A tourist taking photos of a city across a body of water

Reisen erweitert den Horizont. Dabei verbessern sich auf Reisen auch unsere Fähigkeiten: Wir lernen neue Leute kennen, entdecken neue Kulturen, Klimazonen und Städte, probieren neue Speisen und Getränke und stürzen uns in neue Abenteuer. Bewusst oder unbewusst: diese Erlebnisse erwecken unsere Sinne und inspirieren uns. Ganz gleich, welche Hobbys wir haben – Reisen eröffnet uns neue Denkweisen, die es uns ermöglichen, unsere Fähigkeiten zu verbessern.

Dies gilt umso mehr für die Reisefotografie, denn auf Reisen machen wir üblicherweise mehr Fotos als zu Hause. Es ist nur natürlich, dass man wichtige Erinnerungen und Erlebnisse aus einem anderen Teil der Welt festhalten möchte.

Natürlich schleichen sich so auch Anfängerfehler in die Schnappschüsse ein, besonders bei den eher unerfahrenen Hobbyfotografen. Wir haben die häufigsten Fehler zusammengestellt, damit das Fotografieren im Urlaub nicht nur Spaß macht, sondern dank neuer Stile und Einstellungen auch tolle Bilder liefert.

1. Mangelnde Vorbereitung

Wenn man an einen neuen Ort reist, weiß man nie wirklich, wann man auf einen Ort oder einen Moment stößt, der es wert ist, festgehalten zu werden. Vieles, was ein gutes Bild ausmacht, ist reiner Zufall.

Das Schlimmste, was man in so einem Moment tun kann, ist, unvorbereitet zu sein. Wer an der Kamera herumfummeln oder zwischen den Objektiven hin und her wechseln muss, dem entwischt der perfekte Schnappschuss. Halte deine Kamera daher immer bereit, achte auf deine Umgebung und reagiere schnell, wenn sich der richtige Moment für ein tolles Foto bietet.

A low angle photograph of the Eiffel Tower, Paris

2. Statische Technik

Statische Fotos sind Bilder, die auf Augenhöhe und von der Position aus aufgenommen werden, an der sich der Fotograf oder die Fotografin gerade befindet. Dies führt dann zu Bildern, die fade und uninspiriert sind – in der Regel die gleichen Aufnahmen, die alle anderen auch machen.

Zögere nicht, näher an dein Motiv heranzutreten oder sich etwas weiter zu entfernen. Knie dich hin, kletter höher, bewege dich um dein Motiv herum und experimentiere mit verschiedenen Blickwinkeln, um deine Aufnahmen abwechslungsreicher zu gestalten. Achte auf deine Umgebung und nimm dir Zeit, um nach einer Aufnahme zu suchen, die sich von allen anderen unterscheidet.

3. Unklares Motiv

Schöne Reisefotos scheitern häufig daran, dass zu viel los ist und unklar ist, worum es in dem Bild geht. Ein Motiv sollte hervorgehoben werden, damit klar ist, worauf sich das Foto konzentriert. Der Schlüssel dazu ist, sich auf die Komposition des Bildes zu konzentrieren. Triff bewusste Entscheidungen darüber, was in den Bildausschnitt aufgenommen und was weggelassen werden soll, je nachdem, ob es die Bedeutung des Fotos verstärkt oder schwächt.

Tourists taking photos of the Eiffel Tower from the Seine

4. Du bist zu nah dran

Reisefotografen möchten oft ganz nah an intime Motive und komplizierte Details herankommen. Das führt jedoch oft dazu, dass sie so weit in das Motiv hineinzoomen, dass unklar wird, um was es sich eigentlich handelt. Manchmal ruiniert das sogar das ganze Foto. Versuche daher, bei Nahaufnahmen ein Gleichgewicht zu finden und denke immer daran, dass deine Kamera kein Mikroskop ist. Das Bild kann später immer noch zugeschnitten werden.

5. Du bist zu weit weg

Auf Reisen ist es nur natürlich, dass man beeindruckende Motive von gigantischem Ausmaß fotografieren möchte: den Grand Canyon, den Hoover Dam, den Eiffelturm usw. Wenn man solche Dinge fotografiert, ist es verlockend, sie aus viel zu großer Entfernung aufzunehmen. Dadurch geht oft ihre majestätische Größe verloren und das Motiv wirkt weniger beeindruckend. Selbst bei alltäglichen Motiven nehmen viele Reisefotografen ihre Bilder aus zu großen Entfernungen auf. Versuche auch hier, ein Gleichgewicht zu finden und den richtigen Punkt zu treffen, um die Größe des Objektes einzufangen.

6. Zu viele Bilder

Man kann nicht immer den perfekten Schnappschuss machen - und das ist völlig in Ordnung! Oft braucht es eine Reihe von unbrauchbaren Fotos, um ein außergewöhnliches Bild festzuhalten. Der Rest kann als erster Entwurf betrachtet werden. So hat man oft mehr Bilder, als man tatsächlich braucht - der Rest kann aussortiert werden.

Das Aussortieren ist ein entscheidender Prozess, bei dem mittelmäßige Aufnahmen, die man auf der Suche nach dem einen herausragenden Bild gemacht hat, eliminiert werden. Indem du die weniger beeindruckenden Fotos löschst, schaffst du Platz für die wirklich tollen Aufnahmen, die so noch besser zur Geltung kommen können. Suche unter all den vielen Variationen nach dem Bild, auf dem deine Motive am besten zur Geltung kommen, auf dem das Licht die Essenz des Bildes einfängt und auf dem im Hintergrund nichts ablenkt.

Instant, polaroid-style travel photos spread out on a tablecloth

7. Unbearbeitete Bilder

Jedes Bild muss anschließend ein wenig bearbeitet werden, insbesondere wenn sie im RAW-Format aufgenommen wurden. Das kann ganz einfach sein, wie zum Beispiel die Korrektur eines schrägen Horizonts, aber eine gute Bildbearbeitung kann auch dein Motiv und deine Perspektive verbessern. Die Bearbeitung ist eine entscheidende Phase im gesamten Prozess bei der Erstellung aussagekräftiger und fesselnder Bilder. Mit Werkzeugen wie Photoshop oder Canva oder sogar mit den Einstellungen auf deinem Smartphone kannst du Bilder zuschneiden, um unerwünschte Elemente zu entfernen, Unreinheiten zu verwischen oder Effekte wie rote Augen oder andere Fehler zu beseitigen.

A tourist taking a photo of people walking towards Saint Peter's Dome, Vatican City

8. Fotos ohne Erlaubnis machen

Man sollte auf Reisen immer bedenken, dass man zu Gast in einer fremden Umgebung ist. Die Menschen, die in Tourismus-Hotspots leben und arbeiten, sind keine Kuriositäten oder Tiere im Zoo und werden es wahrscheinlich nicht besonders gut finden, wenn Fremde mit Kameras in ihre Privatsphäre eindringen. Darüber hinaus kann es in bestimmten Ländern wie Frankreich sogar illegal sein, Fremde in der Öffentlichkeit ohne deren Erlaubnis zu fotografieren.

Wenn du also eine Person, ihr Zuhause, ihre Straße oder ihren Arbeitsplatz fotografieren möchtest, dann sei höflich und bitte zuerst um Erlaubnis. Informiere dich vor deiner Reise über die Rechtslage, was das Fotografieren in der Öffentlichkeit und von Fremden betrifft. Höflichkeit zahlt sich aus; ein kurzes Gespräch kann dein Motiv noch interessanter machen.

9. Schlechte Beleuchtung

Ob natürliches Sonnenlicht, Kerzenschein oder nächtliche Dunkelheit: Die Richtung und Qualität des Lichts können ein Foto beeinflussen. Daher ist es wichtig, genau auf die Lichtverhältnisse zu achten.

Wenn die Beleuchtung noch nicht ganz optimal ist, kannst du deine Position verändern, um einen günstigeren Winkel zu finden. Auch kannst du die Aufnahme deines Fotos verschieben und zurückkommen, wenn sich die Lichtverhältnisse verändert haben. Außerdem kannst du deine Kameraeinstellungen anpassen, indem du die Belichtung verringerst oder die Belichtungsstufen so einstellst, dass sie mit dem vorhandenen Licht arbeiten, anstatt dagegen anzukämpfen.

Du kannst außerdem die Verschlusszeit ändern oder den Blitz einschalten. Schau genau, wie das Licht auf dein Motiv fällt, und finde kreative Wege, um mit den vorhandenen Lichtverhältnissen zu arbeiten.

10. Unerwünschte Reflexionen

Wenn du in einer belebten Stadt fotografierst, kann es sein, dass du je nach Tageszeit und Position mit lästigen Reflexionen zu kämpfen hast, zum Beispiel von Fenstern, die deine Aufnahmen beeinträchtigen. Unerwünschte Reflexionen oder Blendungen durch Lichtquellen können ein Bild leicht ruinieren.

Mit einem Polarisationsfilter kannst du dieses Problem aus dem Weg gehen. Dieses Gerät, das du an deinem Smartphone befestigen kannst, reduziert und eliminiert Reflexionen von benachbarten Fenstern und Passanten. Stelle den Filter einfach so ein, dass die Reflexionen nur noch teilweise sichtbar sind, und schon kannst du loslegen!

A low angle photograph looking up at high-rise buildings in a city

11. Konvergierende Vertikalen

Konvergierende Vertikalen – ein Effekt, bei dem Gebäude aus einem bestimmten Blickwinkel zusammenzufallen scheinen – treten häufig auf, wenn Reisefotografen ihre Kamera nach oben neigen, um hohe Gebäude aus einem niedrigen Winkel heraus aufzunehmen.

Obwohl es manchmal kreativ eingesetzt wird, können konvergierende Vertikalen unnatürlich wirken. Eine einfache Lösung besteht darin, die Kamera beim Fotografieren waagerecht zu halten oder vorhandene Bilder bei der Bearbeitung mit Perspektivkorrektur-Funktionen zu korrigieren, um die Linien zu begradigen. Um jedoch mögliche Probleme beim Zuschneiden oder eine verminderte Bildqualität durch übermäßige Bearbeitung zu vermeiden, kann man sich etwas höher positionieren und von vornherein eine gut komponierte, waagerechte Aufnahme anstreben.

12. Falsches Seitenverhältnis

Man vergisst leicht, dass es verschiedene Seitenverhältnisse mit unterschiedlichen Formaten gibt, die für Motive besser geeignet sein können. Während ein 1:1-Format (quadratisch) sich gut für Porträts und Muster eignet, ist ein längliches Seitenverhältnis wie 16:9 die bessere Wahl für Landschaften oder Skylines, bei denen sonst möglicherweise zu viel überflüssiger Himmel oder Boden im Bildausschnitt zu sehen wäre.

Crowds of tourists walking through a city at nighttime

13. Herdenmentalität

Es ist schwer, der Beliebtheit von Touristenattraktionen und klischeehaften Fotomotiven zu widerstehen. Aber seien wir ehrlich: Brauchen wir wirklich noch ein weiteres Bild vom Taj Mahal? Und gibt es eine andere, neue Möglichkeit, den vielleicht am meisten fotografierten Ort der Welt festzuhalten?

Wie wär’s, wenn du die typischen Hotspots von deiner Foto–Bucket-Liste streichst und dich stattdessen von den Menschenmassen löst, um weniger belaufene Wege zu entdecken? Finde richtige Motiv-Juwelen, indem du vorher ein wenig im Internet recherchierst, in einem Reiseführer nachschlägst oder im Tourismusbüro nachhakst. So lassen sich viel eher interessante und weniger bekannte Motive finden, denen du deinen eigenen Stempel aufdrücken kannst.

14. Die eigene Sicherheit nie vernachlässigen

Es klingt verlockend, für das perfekte Foto ein kleines, vielleicht berechenbares Risiko einzugehen – sich über den Rand einer Klippe zu beugen oder auf einem Dach zu stehen, um einen wunderschönen Sonnenuntergang einzufangen. Aber kein Foto ist es wert, die eigene Sicherheit oder die Sicherheit anderer zu gefährden. Tue nichts, was dich in Gefahr bringen könnte – so schön das Motiv auch sein mag, es ist nie wert, Leib und Leben zu riskieren.