Fotografie

Was macht Schwarz-Weiß-Bilder so cool?

Entdecke, wie monochrome Bilder die Komposition verbessern, Emotionen verstärken und deine iPhone- und Android-Aufnahmen aufwerten

Was macht Schwarz-Weiß-Bilder so cool?
Was macht Schwarz-Weiß-Bilder so cool?

Die Schwarz-Weiß-Fotografie hat einen zeitlosen, klassischen Charme. Ohne Farbe wirken diese Bilder oft emotionaler und bewegender und fangen Momente mit zusätzlicher Tiefe und Unmittelbarkeit ein. Kein Wunder, dass viele Menschen Schwarz-Weiß-Fotos für ihre Hochzeitsfotos oder für bedeutungsvolle Porträts wählen.

Wenn du dich schon immer gefragt hast, wie du Schwarz-Weiß-Fotos mit deinem iPhone oder Android-Gerät machen kannst, dann haben wir hier für dich ein paar Tipps zusammengestellt. Aber zuerst gibt dir Dan Mold, ein preisgekrönter Fotograf und Autor mit über 13 Jahren Erfahrung als Fotojournalist, eine kurze Einführung in diesen zeitlosen Stil. Dan ist außerdem ein ehemaliger Adobe-Photoshop-Guru, sodass du dich auf seine Tipps verlassen kannst, wenn es darum geht, das Beste aus deinen Bildern herauszuholen.

Schwarz-Weiß-Fotos verleihen Alltagsszenen Dramatik und Tiefe

Die Geschichte der Schwarz-Weiß-Fotografie

Es ist kaum zu glauben, dass 2026 bereits 200 Jahre vergangen sein werden, seitdem Joseph Nicéphore Niépce 1826 das erste bekannte Schwarz-Weiß-Foto aufgenommen hat. Zwei Jahrhunderte später hat sich die Welt der Fotografie komplett verändert – von der Erfindung der Farbfotografie im Jahr 1861 bis hin zur Entwicklung von Hightech-Digitalkameras, die heute bequem in unsere Taschen passen. Auch wenn die heutige Fotografie nichts mehr mit ihren sperrigen und zeitaufwändigen Anfängen zu tun hat, ist die Faszination der Schwarz-Weiß-Fotografie ungebrochen. Monochrome Aufnahmen verleihen Bildern nach wie vor eine zeitlose, klassische Qualität, die sich für eine Vielzahl von Fotostilen eignet.

Die Schwarz-Weiß-Fotografie ist ideal, um eine Aufnahme zu vereinfachen und einen minimalistischen Ansatz zu verfolgen. Ohne die Ablenkung durch Farben, die manchmal den Blick des Betrachters vom Hauptmotiv weglenken, lassen sich klarere, fokussiertere Kompositionen schaffen. Das Weglassen von Farben hilft dir außerdem, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Form, Bildausschnitt, Motiv, Gestalt und Kontrast. Dieser Stil eignet sich besonders gut für Fotobuchprojekte, da eine einheitliche monochrome Ästhetik die Bilder vereint und der Fotoserie eine zusammenhängende visuelle Identität verleiht.

Joseph Nicéphore Niépces Blick aus dem Fenster von Le Gras, um 1826–27

Warum in Schwarz-Weiß fotografieren?

Bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit einem iPhone oder Android-Smartphone gelten unabhängig vom Hersteller einige wichtige Grundsätze. Jedes Smartphone, das etwas taugt, verfügt über eine Mono-Vorschau, sodass du dir deine Aufnahmen ohne Farben auf deinem Handy ansehen kannst. Auf iOS-Geräten kann das „Mono“, „Silvertone“ oder „Noir“ heißen, auf Android-Geräten „Monochrom“, „Schwarz-Weiß“ oder „Graustufen“.

Bei der Verwendung von Schwarz-Weiß-Voreinstellungen gibt es zwei Prinzipien. Wenn du in Vollfarbe fotografierst, hast du bei der Bearbeitung mehr Kontrolle über die Farbtöne – besonders, wenn dein Smartphone das RAW-Dateiformat unterstützt. RAW speichert alle Farbdaten, was bei der Verwendung von Apps wie Lightroom Mobile sehr praktisch sein kann, da du damit einzelne Farbkanäle während der Bearbeitung deiner Schwarz-Weiß-Fotos anpassen kannst.

Allerdings ist es oft einfacher, mit einem aktivierten Schwarz-Weiß-Filter zu fotografieren, da du so das Bild ohne Ablenkung durch Farben komponieren und dich auf Elemente wie Licht, Kontrast, Form und Gestalt konzentrieren kannst. Beachte aber, dass dir so alle wertvollen Farbdaten verloren gehen, wenn dein Handy mit dem Mono-Filter nur komprimierte Formate wie JPEG oder HEIF speichert. Du kannst später nicht mehr zu einer Farbversion zurückkehren. Wenn möglich, solltest du also im RAW-Format fotografieren oder zwei Aufnahmen hintereinander machen – eine in Farbe und eine in Schwarz-Weiß.

Beachte auch, dass bei einigen Smartphones die Auflösung und damit die Qualität bei Verwendung von Filtern geringer ist. Bei meinem Samsung Galaxy S23 wurde die maximale Auflösung von 50 MP mit dem Schwarz-Weiß-Filter auf nur 12 MP reduziert. Zwar sind 12 MP immer noch mehr als genug, um die Fotos in den sozialen Medien zu teilen und für die Wiedergabe auf kleinen Handybildschirmen, aber je nachdem, wo du deine Fotos veröffentlichen möchtest und wie groß sie angezeigt werden sollen, solltest du das im Hinterkopf behalten.

Mit Android- und iOS-Smartphones kannst du direkt in Schwarzweiß fotografieren oder Schwarzweißfilter auf Farbaufnahmen anwenden

Körnigkeit und digitales Rauschen

Alte Filmfotos hatten früher eine gewisse Körnigkeit, die direkt mit dem ISO-Wert zusammenhängt, der früher auch als ASA-Wert bezeichnet wurde. ISO steht für „International Standards Organization“ und ist ein universeller Standard zur Messung der „Empfindlichkeit“ von Filmen, die in alten Kameras wie Spiegelreflexkameras verwendet wurden. Ein empfindlicherer Film mit einem höheren ISO-Wert von beispielsweise ISO 800 ist viel lichtempfindlicher als ein Film mit ISO 50 – allerdings ist das Bild dann auch körniger und weniger detailreich, was oft als „digitales Rauschen“ bezeichnet wird.

Bei modernen Digitalkameras und Smartphones können wir die ISO-Empfindlichkeit ändern, um kürzere oder längere Belichtungszeiten zu ermöglichen – alles über den Kamerabildschirm, ohne einen Film wechseln zu müssen. Das Prinzip ist jedoch weitgehend dasselbe: Je höher die ISO-Empfindlichkeit, desto lichtempfindlicher ist der Sensor – allerdings leidet darunter die Bildqualität und es entsteht mehr digitales Rauschen.

Aufgrund ihrer kleineren Sensoren müssen Smartphones die Megapixel sehr dicht nebeneinander packen, wodurch sie anfälliger für digitales Rauschen sind. Mit jeder neuen Generation werden Smartphone-Kameras jedoch dank leistungsfähigerer KIs immer besser darin, dieses Rauschen zu reduzieren.

Hobbyfotografen müssen sich jedoch keine allzu Sorgen über digitales Rauschen machen, vor allem bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen, wo es sogar einen Retro-Film-Look erzeugen kann. Apps wie FIMO Analog Camera, LoFi Cam: Film Digital Camera und Vintify: Vintage Photo Editor wurden sogar dafür entwickelt, um dir dabei zu helfen, die perfekte Körnigkeit in deinen Fotos zu schaffen, die für einen nostalgischen Look sorgen.

Erfahre mehr über die Schwarz-Weiß-Fotografie und entdecke unsere Tipps und Tricks für iPhone und Android-Geräte.

Mehr Licht sorgt für mehr Rauschen, was den Fotos ein Retro-Gefühl verleiht

Weniger Licht reduziert das Rauschen und sorgt für ein saubereres Foto