Wie bist du zur Fotografie gekommen? Wer oder was hat dich am Anfang geprägt?
Zwei prägende Erlebnisse haben mich auf den Weg zur Fotografie gebracht. Das erste war ein unternehmerisches Experiment: Ich mietete ein kleines Flugzeug samt Piloten, flog über St. Louis und fotografierte die Häuser der Menschen aus der Luft. Anschließend versuchte ich, die Abzüge an die jeweiligen Hausbesitzer zu verkaufen. Es war mein erster Vorgeschmack darauf, wie sich Fotografie mit Storytelling und Unternehmergeist verbinden lässt.
Der zweite Moment war weit bedeutsamer. Zufällig war ich in der Nähe von Berlin, als die Mauer fiel, und fuhr sofort dorthin, um das Geschehen aus nächster Nähe mitzuerleben. Dabei entstand ein Foto, das zu einer Art Ikone geworden ist: Ich stand rittlings auf der Mauer, ein Fuß in West-Berlin, der andere in Ost-Berlin, und fotografierte direkt entlang ihrer Mitte. Das Foto hielt den starken Kontrast fest zwischen den jubelnden Menschen im Westen und einem einzelnen DDR-Grenzsoldaten auf der anderen Seite. Ich verkaufte das Bild an die Associated Press – und von da an nahm meine Karriere richtig Fahrt auf.
Ein weiterer entscheidender Schritt war ein Praktikum bei Sports Illustrated, das mich schließlich nach New York brachte und meinen Weg als professioneller Fotograf festigte.
Zu meinen frühen Einflüssen gehörten vor allem Fotografen von Magnum und Sports Illustrated, darunter Elliott Erwitt, Burt Glinn, Sebastião Salgado, James Nachtwey und Walter Iooss. Auch Porträtfotografen wie Richard Avedon, Albert Watson und Platon haben mich stark geprägt – neben vielen anderen.