Reisen
Europas schönste Freibäder
Ein traditionsreiches Bad in Budapest und ein Meerwasserpool zwischen den Atlantikfelsen von Porto – diese besonderen Orte gehören auf jede Sommerliste.
19. Juni 2026∙8 min


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Ein traditionsreiches Bad in Budapest und ein Meerwasserpool zwischen den Atlantikfelsen von Porto – diese besonderen Orte gehören auf jede Sommerliste.
19. Juni 2026∙8 min


Europas Freibäder erleben seit einigen Jahren eine neue Blüte. Auch auf Reisen suchen immer mehr Menschen nach Erholung und Wohlbefinden. Dadurch rücken Strandbäder, Hafenbäder und historische Anlagen wieder stärker in den Fokus. Sie verleihen Städten eine Anziehungskraft, die früher vor allem dem klassischen Badeurlaub vorbehalten war – mit kühlem Wasser, sonnigen Terrassen und einer Architektur, die zum Bleiben einlädt, lange nachdem das Handtuch getrocknet ist.
Wenn die Temperaturen in der nördlichen Hemisphäre steigen und Städtereisen weiter hoch im Kurs stehen, ist ein Sprung ins Wasser längst mehr als nur eine Erfrischung. Diese Bäder bieten die Gelegenheit, unter die Menschen vor Ort zu kommen, das Tempo herauszunehmen und ein Viertel aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Vom Olympiabecken mit weitem Blick über Barcelona bis zur Meerwasseranlage, die Oslos Ufer neu belebt hat: Hier sind einige der spannendsten Orte Europas für eine Pause im Wasser.
Piscina Municipal de Montjuïc, Barcelona. Foto: Mokki, Unsplash
Die Piscina Municipal liegt hoch oben auf Barcelonas Montjuïc und gehört zu den beliebtesten Freibädern Europas. Für die Olympischen Sommerspiele 1992 wurde sie umfassend renoviert. Heute liegen hier zwei Becken nebeneinander: ein 25-Meter-Becken und ein kleineres Sprungbecken mit einer 10-Meter-Plattform. Von dort reicht der freie Blick über die Sagrada Família bis hinunter zum Meer. Mit Liegen am Beckenrand und sonnengebleichten Schirmen lässt sich hier mühelos ein ganzer Nachmittag verbringen. Besonders schön ist ein Besuch am frühen Abend, wenn die Stadt in goldenes Licht getaucht ist. Unter der Woche ist das Bad bis 19 Uhr geöffnet, am Wochenende bis 20:30 Uhr. Danach geht es ins Bar del Pla für frische Tapas und anschließend ins Bestiari für einen Cocktail. picornell.forus.es
Islands Brygge Harbour Bath, Kopenhagen. Foto: Nika Tchokhonelidze, Unsplash
Im Sommer trifft man halb Kopenhagen im Islands Brygge Harbour Bath – beim Schwimmen, Springen oder Sonnenbaden auf den warmen Holzdecks. Die Architekten Bjarke Ingels und Julien De Smedt haben das frühere Industrieufer in eine moderne Badelandschaft verwandelt: mit schwimmenden Holzstegen, einem 75-Meter-Becken, zwei flachen Kinderbecken und markanten Sprungplattformen, die an Schiffsbugen erinnern. Das Hafenwasser wird gefiltert und täglich kontrolliert. Du kannst hier also unbesorgt schwimmen – oder deine Handstände üben. Wer es etwas wilder mag, erreicht in etwa 20 Minuten das Kastrup Søbad: ein eindrucksvolles, kreisförmiges Seebad, das vor Wind schützt und mit Leitern sowie Sprungplattformen ausgestattet ist. islandsbryggeharbourbath
Piscina das Marés, Porto. Foto: Nelson Carvalheiro, Unsplash
Kaum zu glauben, dass nur eine kurze Fahrt vom lebhaften Zentrum Portos entfernt ein so ruhiger Ort wie die Piscina das Marés (Gezeiten-Schwimmbad) liegt. Zwischen dem Atlantik und den markanten Felsen am Strand von Leça da Palmeira wurde dieses besondere Freibad 1966 nach den Plänen des Pritzker-Preisträgers Álvaro Siza Vieira gebaut – als sicherer Ort zum Schwimmen direkt an der Küste. Die Schönheit dieses Nationaldenkmals liegt in seiner Schlichtheit: Zwei Betonbecken füllen sich auf natürliche Weise mit Meerwasser und fügen sich fast nahtlos in die Küstenlandschaft ein. Im Sommer kommen hier Familien, stilbewusste Paare und Tagesausflügler:innen zusammen. Rot-weiße Sonnenschirme säumen das Ufer und verleihen dem Ort einen zeitlosen Charme. Nach dem Schwimmen lohnt sich ein Besuch im The Largo, mit Blick über die Dächer und einer saisonalen Speisekarte von Michelin-Sternekoch Nuno Mendes. https://www.visitportugal.com/de/content/gezeiten-schwimmbad
Hol dir zuerst ein Eis bei Jefferson’s an der Balham High Road – wir empfehlen Brookies and Cream – und spaziere dann durch den Tooting Bec Common bis zum Eingang des Tooting Bec Lido. Mit beeindruckenden 91 Metern Länge ist es das größte Süßwasser-Freibad Großbritanniens und zugleich eines der ältesten. Seit 1906 kommen Menschen hierher zum Schwimmen. Entlang des Beckens stehen farbenfrohe Umkleidekabinen, während alte Eichen an heißen Tagen angenehmen Schatten spenden. Such dir einen Platz auf den Rasenflächen und genieße einen entspannten Nachmittag abseits der schwülen Großstadthitze. Wer zwischen den Bahnen nach Lesestoff sucht, findet in der nahegelegenen Buchhandlung Backstory sicher etwas Passendes. tootingbeclido
Bagni Misteriosi, Mailand. Fotos: @gud.milano_



Wer wissen möchte, wo die Mailänder:innen an warmen Nachmittagen anzutreffen sind, sollte direkt zu den Bagni Misteriosi gehen. Das eindrucksvoll restaurierte Freibad aus den 1930er-Jahren wurde 2013 von der Fondazione Pier Lombardo und dem Laboratorio Permanente neu konzipiert und nach einem Gemälde des italienischen Surrealisten Giorgio de Chirico benannt. Die Anlage wirkt weniger wie ein klassisches Freibad als vielmehr wie ein kultureller Treffpunkt. Zwei stilvolle Becken, ein Holzsolarium, ein Bistro und eine Bar, die perfekt zur Aperitivo-Zeit passt, verleihen dem Ort seinen besonderen Charakter. Statt luxuriöser Sonnenliegen sieht man hier bunte Handtücher auf Betonstufen und Picknickdecken auf den umliegenden Rasenflächen. Im Winter wird das Wasser abgelassen und das Gelände verwandelt sich in eine festliche Eislaufbahn. teatrofrancoparenti.it/bagni-misteriosi/
Strandbad Tiefenbrunnen, Zürich. Foto: Stadt Zürich
Das Strandbad Tiefenbrunnen ist eines der ältesten Badis Zürichs – so nennt man die Freibäder der Stadt, die ursprünglich in den 1830er-Jahren als hygienische Waschorte entstanden. Heute gehört das Strandbad zu den beliebtesten Sommerorten Zürichs. Direkt am Zürichsee gelegen, ist es vor allem für sein rundes Becken bekannt, das in den See integriert ist. Es eignet sich weniger für sportliche Bahnen, dafür umso mehr zum Abkühlen und zum Genießen der entspannten Atmosphäre. Über einen Holzsteg erreicht man die Anlage mit Wasserrutsche und mehrstöckiger Sprungplattform. Auf den Liegewiesen lässt sich das bunte Treiben auf dem See beobachten: Stand-up-Paddler:innen, Kajakfahrer:innen und Segelboote ziehen vor bewaldeten Hügeln und Uferhäusern vorbei. Danach lädt die Zürcher Altstadt zu mediterranen Gerichten im Markthalle Restaurant ein. stadt-zuerich.ch/de/stadtleben
Sørenga Sjøbad, Oslo. Foto: Eirik Skarstein, Unsplash
Sørenga Sjøbad marked the moment Oslo embraced its fjord when it opened in 2015. Floating off the modern harbour pier on a timber jetty, the free, accessible bathing complex is one of the capital’s cultural highlights. There’s a 50m lap pool, diving tower, children’s pool and a small sandy beach – all set against the cool waters of the Oslofjord. It’s neighboured by the cutting-edge Opera House, designed to resemble a glacier emerging from the fjord and complete with a walkable roof, as well as the Munch Museum and the buzzy food hall Vippa Oslo. Don’t miss the floating wood-fired saunas, specifically KOK Oslo – solar-powered sauna boats that take you out onto the fjord. oslo.kommune.no/natur-kultur-og-fritid/tur-og-friluftsliv/badeplasser/sorenga-sjobad/
Lukács-Bad, Budapest. Fotos: @fugio.film_
While Budapest's photogenic Gellért Thermal Bath is closed for restoration, swerve the crowds of Széchenyi and head instead to Lukács Baths near the Margaret Bridge. Framed by buttercup-yellow facades on the Buda side of the Danube, these geothermal waters – rich in calcium, magnesium and sulphur – have been drawing bathers since the 12th century, when they were first recognised for their healing properties. Three indoor thermal pools sit alongside two outdoor pools, perfect for lingering on a summer afternoon. Be sure to seek out the drinking fountain, where mineralised water is said to aid digestion, and look out for the marble testimonials from those who came here to heal. Round off your visit in the thermal area, where you can hop between a Finnish sauna, ice hut, infrared sauna, and a Himalayan salt wall. lukacsfurdo.en/
A goggles’ throw from Place Bellecour, hugging the west bank of the River Rhône, this pool has been attracting swimmers since 1965. Built at the request of mayor Louis Pradel and his sports deputy Tony Bertrand in a bid to host the Olympics (which never quite materialised), Centre Nautique Tony Bertrand is a spacious 50m pool open year-round and heated in winter. It’s the perfect place to cool off and enjoy views of the city’s shimmering rooftops, but it’s worth noting that a strict dress code requires men to wear Speedo-style briefs and women to paddle in a one-piece. For a more relaxed setting, a family pool is open in summer with a water slide, hot tubs, and a garden area with beach volleyball. lyon.en/lieu/piscines-dete-et-dhiver/centre-nautique-tony-bertrand-ex-piscine-du-rhone
Badeschiff, Berlin. Foto: Alexander Matthews
Only in Berlin would an old cargo barge fitted with a pool and anchored on the River Spree become one of the city’s coolest hangouts. Badeschiff, which translates as “bathing ship”, was created as a solution to the Spree’s poor water quality, providing locals and tourists with a place to enjoy the romance of open-air swimming. Located in Alt-Treptow – a stretch of the river that once formed part of the fortified border between East and West Berlin – the summer setup features hammocks, deckchairs and a soundtrack guaranteed to put a groove into your backstroke. It’s the sort of place where you plan to stay for an hour and end up lingering all evening thanks to the flavour-packed drinks and a regular rotation of DJs. In winter, the pool is enclosed in a heated dome, with saunas on standby to warm you up. visitberlin.de/badeschiff-der-arena

Gemma Louise Deeks
Autorin und Redakteurin
20. Mai 2026∙6 min

Laura Havlin
Fotografie-Autorin
3. Juli 2025∙6 min