Diese kleinen Farb-„Schnappschüsse“ erstrecken sich auch auf alle Abenteuer außerhalb meines Zuhauses. Selbst bei Spaziergängen in meiner Nachbarschaft entdecke ich einen Stapel bunter Eimer, leuchtende und schlammige Farbtöne, die scheinbar wahllos durcheinandergewürfelt sind, oder die staubige, fast samtige, von der Sonne verblasste Farbe an einem Gartentor. Solche Momente wirken unerwartet glücklich und geben meinem Tag einen kleinen Energieschub.Am aufregendsten ist natürlich die Möglichkeit zu reisen, wo neue Arten von Licht und Farbpaletten spannende Kombinationen hervorbringen, die sich neu und ungewöhnlich anfühlen. Tatsächlich bin ich gerade, während ich diese Zeilen schreibe, in Jaipur, Indien, wo die Explosion der Farben und das spiegelnde goldene Licht dazu geführt haben, dass unzählige Ideen in eine Art Farbgedächtnisbank aufgenommen wurden, gespeichert als Inspiration für zukünftige Projekte.
Von Farbe wird oft als visuelles Erlebnis gesprochen, aber sie ist auch ein sehr emotionales. Manchmal frage ich mich, ob das sogar genetisch bedingt ist. Bei den Grün-Blau-Tönen wird mir das besonders bewusst. Ich kann kein türkisfarbenes Töpferstück sehen, ohne an meine Mutter zu denken und an mein Elternhaus, das voller jadegrün glasierter Töpfe und Vasen war.Als ich jünger war, habe ich rebelliert und diese Grün-Blau-Töne aus meiner Farbpalette verbannt. Doch mir ist klar geworden, dass ich ihnen nicht entkommen kann – sie liegen mir im Blut. Heute habe ich diese Nostalgie angenommen und diese Farbtöne in all ihren Formen in mein Zuhause eingeladen: Türkis, Jadegrün, Aquatöne, zartes Blau, Entenei-Blau und Grünspan. Mein zweiter Vorname ist schließlich nicht ohne Grund "Jade".Ich bin fest davon überzeugt, dass dein Zuhause die Chance ist, Erinnerungen, Reisen und Kindheitsmomente sichtbar zu machen. Indem wir Farben wählen, die wir lieben oder mit positiven Erinnerungen verbinden, schaffen wir ein Spiegelbild unseres Inneren.